Gespächskreis
Zum Gesprächskreis wird am 2. und 4. Dienstag im Monat eingeladen.
Von 19.30 - 21 Uhr treffen sich Interessierte im Gemeindehaus.
Prophetie Jesaja 7
9.Juni 2026
Tageslosung
Jakob zog seinen Weg. Und es begegneten ihm die Engel Gottes. 1.Mose 32,2
Nach Jahren macht sich Jakob auf, um nach Hause zu ziehen. Vor seinem Bruder Esau war er geflohen, weil er diesen betrogen hatte. Nun tut er diesen Schritt mit Furcht und Zittern. Seine erworbene Familie zieht mit, dh er hat vor, seinen Wohnsitz zu wechseln. Aber was wird ihn dort erwarten, wie wird ihn Esau erwarten? Sicherheitshalber schickt er Boten voraus, die sollen die Lage erkunden.
Ein kleiner Satz läßt erkennen, dass er himmlischen Schutz haben wird: Es begegneten ihm die Engel Gottes.
Doch es wird nicht zum Kampf kommen. Esau empfängt seinen Bruder freundlich. Die Brüder finden zur Versöhnung. Einen Kampf allerdings wird Jakob durchmachen müssen. Als er den Fluß Jabbok durchquert, stellt sich ihm einer entgegen, Gott selbst, und ringt mit ihm. Seine Hüfte wird ausgerenkt. Jakob erhält den Zunamen Israel und wird gesegnet.
Jakob wird nicht der letzte sein, dem unterwegs Engel Gottes begegnen. Paulus hatte einige Male solche Erfahrung und auch ganz normale Menschen des Glaubens machen sie.
Auch wir, selbst wenn wir die Begegnung nicht als solche registriert haben.
L i e d : 445, 5 – 7 Gott des Himmels und der Erden
G e b e t
Jesaja 7
• Israel ist schon lange zweigeteilt, es gibt einen König im Nordreich und einen im Südreich. Zu jener Zeit war Ahas König im Süden und Peckach im Norden. Peckach hatte sich mit den Aramäern verbündet, beide zogen in den Krieg gegen Ahas.
• Hintergrund: Assur expandierte als Großmacht. Dem wollten sich Syrien und das Nordreich entgegenstellen. Das Südreich weigerte sich, mitzumachen. Darum haben sich Syrien und das Nordreich gegen den Süden verbündet. Mit Gewalt sollte der Süden ins Boot geholt werden. Ahas hingegen hat sich Assur unterworfen.
• Das Nordreich wurde von Assur eingenommen, die Oberschicht verschleppt, Fremde eingeführt.
• Jesaja wird beauftragt, Ahas zum Stillehalten aufzurufen und auch Mut zuzusprechen. Gott hat beschlossen, dass die beiden das Südreich nicht einnehmen sollen. Für Ahas war es eine schwierige Lage, der Gegner war Juda überlegen.
• Dennoch: Ahas soll nichts tun. Das Vorhaben der Gegner soll nicht gelingen – denn es geht schließlich auch um die Davidlinie, aus der der Messias ja kommen soll.
• Gott sitzt im Regimente.
• Zum Treffen mit dem König soll Jesaja seinen Sohn mitnehmen. Der trägt symbolisch den Namen Schear-Jaschub – Rest kehrt um.
• Wie schon bei der Berufung, spielt auch hier der Begriff „Rest“ eine Rolle. Das Kleine, Unscheinbare, hat Verheißung, durch es ist Erneuerung möglich.
• Glaube und Umkehr. Umkehr als Ausdruck für Glauben. Glaube, der stets auf Umkehr bedacht ist, wenn der rechte Weg verlassen wird. Glaube ist Vertrauenssache.
• „Glaubt ihr nicht, so bleibt ihr nicht“ (ein Wortspiel im Hebräischen: Lo taeminu, Lo teamenu). Glaube garantiert Bestand, Nicht-Glaube hat das Potential zum Untergang. Diese Wahrheit und Wirklichkeit ist sogar nachirdisch gültig. Wer nicht glaubt, dass Gott regiert, der bleibt nicht.
• Als Beleg für Glaube, bzw. Nicht-Glaube wird der König ermutigt, ein Zeichen zu fordern. Fordere Gott heraus, er läßt sich nicht lumpen. Du bekommst einen Beweis dafür, dass es sich lohnt, das Vertrauen auf ihn zu setzen.
• Der König weigert sich, ein Zeichen zu fordern. Ist doch klar, da er sich schon längst festgelegt hat, mit Assur zu paktieren. Das wird als Mangel an Glauben an den eigenen Gott gewertet.
• Ahas bekommt eine letzte Chance. Doch er weigert sich, ein Zeichen zu fordern. Dabei tut er scheinheilig.
• Er bekommt trotzdem ein Zeichen, eines jedoch, das weit über seine Zeit hinausweist: „Siehe, eine Jungfrau ist schwanger und wird einen Sohn gebären, den wird sie nennen Immanuel“. Es ist der Satz, den wir von Weihnachten her kennen.
• Ein Kind wird die Wende bringen.
• Daß Gott der Lenker der Geschichte ist, wird in einem Bild verdeutlicht: Gott pfeift die Fliege Ägypten und die Biene Assur heran. Große, mächtige Reiche sind Werkzeuge in der Hand Gottes. In diesem Fall werden die Großmächte Verderben bringen. Gott erfüllt das Land mit Geschmeiß, er züchtigt über irdische Mächte. Es bewahrheitet sich das prophetische Wort „Glaubt ihr nicht, so bleibt ihr nicht“.
• Ist das heute auch so?
• Auf Ungehorsam antwortet Gott mit Unheil. Alles wird fallen, worauf Ahas und Juda sich verlassen haben.
• Vom fruchtbaren Ackerland gelangt das Volk in eine Ziegenkultur.
• Und doch gilt wieder: ein Rest bleibt. Aus und auf den Trümmern Judas erhebt sich das Reich des Messias.
A u s s p r a c h e
• Ich komme mit der Lutherübersetzung nicht recht klar. Ich nutze „Hoffnung für alle“ – sie ist deutlicher.
• Bei den ersten Sätzen dachte ich „Nichts Neues unter der Sonne“. Sie bekriegen sich, wie heute auch. Fürchterlich.
• Interessant ist ab V.10, dass Ahas aufgefordert wird, still zu bleiben. Ahas will kein Zeichen fordern. Also er kann der Beurteilung der Lage durch den Propheten nur zustimmen.
• Mich irritiert, dass der Herr selber zu Ahas spricht – und nachher spricht Jesaja.
• Der Herr spricht zu ihm über den Propheten.
• Butter und Honig steht für gutes Leben. Fruchtbares Land.
• Biene und Fliege steht für das Kleine, Unscheinbare. Die großem Reiche sind in den Augen Gottes klein. Sie sind wie Insekten.
• Was ist mit V.20 gemeint? „Zu der Zeit wird der Herr das Haupt und die Haare am Leib scheren und den Bart abnehmen durch das Schermesser, das gedungen ist jenseits des Stroms, durch den König von Assyrien.“
• Bart und Haare standen beim Mann für Macht und Stand. Das alles wird dem Volk genommen. Die Menschen werden bloßgestellt.
• Hierzu fällt mir ein, was ich mal gelesen habe: In ein Lager der Nazis wurden ein Mann und sein Sohn verbracht. Kopfhaare ab, Barthaare ab, Entlausung, Kleider ausziehen. Der Mann stand nackt vor seinem Sohn. Aber nicht das hat ihn gestört, sondern die Tatsache, dass sein Bart ab war.
• V.21f: „Zu der Zeit wird ein Mann eine junge Kuh und zwei Schafe aufziehen und wird so viel zu melken haben, dass er Butter essen wird; denn Butter und Honig wird essen, wer übrig bleiben wird im Lande.“ Ein hin und her. Rückschritt, aber der Rest gedeiht.
• Statt Kulturland – Brachland.
• Das Wort des Herrn ist nicht nur so lose dahergesagt.
• Ist heute auch so: es kippt vieles: Insolvenzen, Bildungssystem, Krankenversorgung – alles wackelt.
• Die Situation von damals kann auf heute übertragen werden. Mit allem möglichen verbindet man sich, nur nicht mit Gott?
• Es ist so, dass Menschen und Völker überheblich werden und dann zerbrechen.
Dafür gibt es die Beispiele der großen Zivilisationen, die untergegangen ist.
• Die Menschen machen es sich nicht klar, wie schnell das Unheil kommen kann.
• Segen und Fluch sind nicht weit voneinander entfernt.
• So wie bei Erfindungen, sie können zum Positiven und zum Negativen genutzt werden.
• „Glaubt ihr nicht, so bleibt ihr nicht“ – auch heute gültig. Der Glaube verleiht Bestand, der Unglaube führt ins Verderben.
• Was bedeutet Bestand in diesem Zusammenhang? Ich denke an Psalm 1: Die Gottlosen bleiben nicht im Gericht.
• Die Ewigkeit gibt es für jeden Menschen, nur es werden zwei verschiedene Orte sein: ewiges Leben oder ewige Verdammnis.
• An Ahas und Israel hat sich das gezeigt. Kein Glaube vorhanden.
• Es gibt auch das Beispiel, dass es einem Volk gut geht, obzwar nicht geglaubt wird.
• Das gibt es schon in der Bibel, siehe wenn der Beter im Psalm darüber klagt, dass es den Gottlosen gut geht.
• In der Ewigkeit wird es ihnen schlecht gehen.
• Die Bedrohung durch die Assyrer hat das Südreich glimpflich überstanden. Gleichwohl wurde es tributpflichtig.
• Das Nordreich war – weil fruchtbarer – für die Assyrer interessanter.
• Das Südreich hat nicht daraus gelernt, was dem Nordreich zugestoßen ist. 100 Jahre später kam die Katastrophe durch die Babylonier.
• Die nachfolgenden Generationen vergessen das Schwere und meinen, es geht immer aufwärts. In Deutschland ist es aktuell so.
• Der richtige Weg wäre die Bekehrung und nicht das materielle Wohlergehen.
• Die Verderbtheit der Menschen ist aktuell global riesig.
• In Ländern, in denen die Christen verfolgt werden, nehmen Gemeinden zu.
• Die Kirche hat sich bei uns verlaufen, Satan ist am Werk.
• Das grundliegende Problem ist, dass wir nicht für möglich halten, dass Mächtige Dinge drehen, die geschehen, wie sie geschehen. Ich denke an einen alten Film: Der Sohn fragt den Vater: Warum seid ihr nicht weggegangen? Seine Antwort: Weil wir uns nicht vorstellen konnten, dass Menschen (Regierende) so vorgehen.
• Auf heute bezogen, etwa die letzten Jahre. Da hat einer in der Rückschau auf die Nazizeit gefragt: Wie konnte das passieren? Antwort: Weil die damals so waren, wie ihr heute seid.
• Menschen werden von Mächtigen benutzt.
• Wenn Menschen Gott nicht haben, suchen sie andere Führer.
• Am Ende aber bleiben sie nicht, weil sie nicht an Gott geglaubt haben.
• Es gibt aber auch gute Menschen, die nicht an Gott glauben. Menschen, die sich sozial engagieren.
• Für das ewige Leben aber bedarf es des Glaubens.
• Es ist mir mitunter eine Anfechtung, dass ungläubige Menschen sozial handeln.
• Einer hat gesagt: Wenn ich an eine Kreuzung komme und Kinder sind in der Nähe, gehe ich mit Absicht bei Rot über die Kreuzung. Mir dem Argument: Kinder müssen lernen, daß es böse Menschen gibt.
• Ich hatte es mal eilig und bin über Rot gegangen. Niemand in Sichtweite. Dann aber war doch eine Mutter mit Kind in der Nähe. Die Mutter zum Kind: Was die Frau da tut, wollen wir nicht tun.
• Wieso wird der Junge Butter und Honig essen?
• Bis er weiß Böses und Gutes zu unterscheiden, wird es ihm und dem Land gut gehen.
• Damit wird eine Zeit angezeigt, bis das Verderben auftritt.
• Wo tritt hinterher der Immanuel auf?
• Siehe Kap. 9,5-6: „Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ist auf seiner Schulter; und er heißt Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst; auf dass seine Herrschaft groß werde und des Friedens kein Ende auf dem Thron Davids“
• Die Schau des Immanuel hat eine doppelte Funktion: zum einen die Frist bis zum Verderben, zum andern die messianische Verheißung.
• Die Christenheit hat diesen Vers immer schon auf Weihnachten bezogen.
• Und auch die Verse in Kap. 9.
• Und ebenso Kap. 11: „Und es wird ein Reis hervorgehen aus dem Stamm Isais und ein Zweig aus seiner Wurzel Frucht bringen. Auf ihm wird ruhen der Geist des HERRN, der Geist der Weisheit und des Verstandes, der Geist des Rates und der Stärke, der Geist der Erkenntnis und der Furcht des HERRN.“
• Ein Reis – auch hier das Bild für den Rest, der vorhanden ist. Daraus geht was auf. Und aus der Wurzel ein Zweig.
• So gesehen gibt Gott die Menschheit nicht auf. Er, Gott, bleibt sich treu, er hat eine Verheißung gegeben, die hält er.
• Kap. 8,23: „Es wird nicht dunkel bleiben über denen, die in Angst sind.“
L i e d : 477, 8 - 9 Nun ruhen alle Wälder
G e b e t Vaterunser
nächstes Treffen am Dienstag, 30. Juni, 19.00 Uhr – in drei Wochen