Gesprächskreis

Der Gesprächskreis findet jeweils am 2. und 4. Dienstag im Monat, von 19.30 – 21 Uhr statt.

Der nächste Gesprächskreis ist am 11. September

Beim letzten Abend ging es um Sacharja, Kapitel 8:

Tageslosung

Nicht uns, HERR, nicht uns, sondern deinem Namen gib Ehre um deiner Gnade und Treue willen! Psalm 115,1

Wir sind schnell dabei, Menschen die Ehre zu erweisen und langsam, wenn es um Gottes Ehre geht. Die Ehre der Menschen wird vorgezogen, Gottes Ehre steht hintan. Jesus bestätigt das in seiner Kritik (Joh.5,41-44): „Ich nehme nicht Ehre von Menschen an; aber ich kenne euch, daß ihr nicht Gottes Liebe in euch habt. Ich bin gekommen in meines Vaters Namen, und ihr nehmt mich nicht an. Wenn ein anderer kommen wird in seinem eigenen Namen, den werdet ihr annehmen. Wie könnt ihr glauben, die ihr Ehre voneinander annehmt, und die Ehre, die von dem alleinigen Gott ist, sucht ihr nicht.“

Bürgervogelschießen in Süderhastedt. Ich stehe am Stehtisch, ein alter Mann, der auf Gehhilfe angewiesen ist, stellt sich dazu. Im Gespräch sagt er: Man muß sich bei so einem Ereignis zeigen. Bei anderen Gelegenheiten habe ich ihn zum Gottesdienst eingeladen. Ausrede: Das Gehen fällt schwer und die Kirchenbänke sind nicht bequem. Das als Beispiel dafür, wie die Menschehre der Gottesehre vorgezogen wird.

Hier bittet der Beter, daß Gott selbst seinem Namen Ehre geben soll – natürlich in der Auswirkung auf den Menschen. Denn Gottes Name ist ja an sich heilig. Nun aber kommt es darauf an, daß der Mensch das erkennt und selber Gottes Namen heiligt.

Der Beter erinnert an die Gnade und Treue Gottes. Dem heiligen Gottesnamen entspricht die Gnade und Treue Gottes. Eins bedingt das andere.

L i e d : 179, 1 – 4   Allein Gott in der Höh sei Ehr

G e b e t

Sacharja, Kapitel 8

  • Nach der Kritik, nun wieder Verheißung und Gnadenzusage.
  • Dem großen Zorn entspricht der große Eifer Gottes.
  • Der Herr will wieder auf den Zion zurückkehren. Jerusalem soll voller Menschen sein, Alte und Junge. Für den Rest, der nicht weggeführt wurde, schien solches unmöglich zu sein. Doch bei Gott sind alle Dinge möglich.
  • Eine Rückführung soll stattfinden.
  • Gott will bei seinem Volk sein. Es soll Friede sein.
  • Auch hier – wie so oft in der Bibel – der Aufruf: Fürchtet euch nicht!
  • Zugleich die Aufforderung, anständig miteinander umzugehen.
  • Am Ende des Kapitels geht der Prophet auf eine Zeit ein, die noch bevorsteht. Was in Vers 13 verheißen wurde (wie ihr ein Fluch gewesen seid unter den Heiden, so sollt ihr ein Segen sein), schlägt sich darin nieder, daß Heiden in Scharen nach Jerusalem kommen werden, um dort Gott zu suchen und zu finden. Dabei werden jüdische Leute eine Schlüsselrolle einnehmen. „Das Heil kommt von den Juden“ (Joh.4,22)

 

A u s s p r a c h e

Das unterstreicht die Bedeutung des Alten Testament für uns.

Es geht nicht ohne das AT.

Bezieht sich das Ende des Kapitels auf die Endzeit?

Auf das tausendjährige Reich. In der Endzeit sind wir schon.

Das meiste im Kapitel bezieht sich auf die Zeitgenossen Sacharjas. Die letzten Verse wohl auf eine fernere Zukunft. Immerhin, die Welt wird sich an die Juden wenden. Das erinnert mich an die Apostelgeschichte, wo es von der ersten Gemeinde heißt: „und fanden Wohlwollen beim ganzen Volk“. (2,47)

Gibt es eine Bedeutung für die 10 Männer, die einen jüdischen Mann am Rockzipfel fassen?

Es hat immer wieder Menschen aus anderen Völkern gegeben, die nach Israel gekommen sind (Königin von Saba, Kämmerer aus Äthiopien).

Im tausendjährige Reich werden alle Völker nach Jerusalem ziehen. Die Aufgabe der Juden war, den Völkern ein Zeugnis zu sein – sie haben versagt. Genauso wie die Christen. Im tausendjährigen Reich werden die Völker die Feste der Juden feiern.

Wo steht das geschrieben?

In der Offenbarung des Johannes.

Von der Wanderung der Völker steht geschrieben in Offb. 21. Dort geht es um das neue Jerusalem. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Völker die alten jüdischen Feste feiern werden. Jesus hat ja bedeutet, dass er das Gesetz erfüllt hat.

Die großen jüdischen Feste haben ihre tiefe Bedeutung (Laubhüttenfest, Jom Kippur…) Beim Laubhüttenfest wird an die Wanderung durch die Wüste gedacht. Der Besitz wird für eine Zeit aufgegeben, die Menschen wohnen in Hütten. Gott passt in der Zeit auf den Besitz auf.

Kann mit dem einen, den die 10 anderen bedrängen, Jesus gemeint sein?

Durchaus.

Es geht eher um das Verhältnis, nämlich dass viele bei wenigen Hilfe und Orientierung suchen.

Sollen in der Endzeit die Juden Orientierung bieten – und nicht wir Christen?

Von den Juden ist die Sache ausgegangen, dorthin mündet sie wieder.

Eine besondere Stellung haben sie nun mal in der Welt – bis heute.

Israel ist die Stätte, da Jesus erschienen ist.

Bezieht sich nicht auf alle Juden. Es steht „ein jüdischer Mann“. Das bezieht sich auf Jesus.

Die 10 schnappen sich den einen und sagen: wir wollen mit euch gehen, also Plural.

Ich stelle mir das so vor, dass es um eine Orientierung geht – eine umfassende, bis hin in die Politik. Orientierung in der gesegneten Zeit. Es wird nach Wegweisung gesucht. Die gibt es bei den Juden, aber nur wegen Christus.

Die Vielen lassen sich leiten.

Habe in Israel erlebt, wie Juden in einem Hotel Sabbat gefeiert haben. Christen haben sich singend angeschlossen. Was für eine Freude da sprühte!

Was für ein Friede beim Beginn des Sabbats sich heruntersenkte!

Eine Bauerntochter in Thalingburen hat einen autobiographischen Roman geschrieben „Das Meer vor der Tür“. Das Dithmarscher Familienleben – auch in seiner

Abgründigkeit – wird darin geschildert. Ebenso das Dorfleben. Sie erzählt von ihrer Einsamkeit. Sie hat nur eine Sehnsucht: einen Mann, den sie lieben kann. Doch das klappt nicht. Große Ehrlichkeit. Berührung mit Rauschgift bleibt ihr auch nicht erspart. Am Ende findet sie die Kraft, nach Israel zu ziehen. Sie bemüht sich mit Verbissenheit, Jüdin zu werden. Sie wird tatsächlich im Judentum aufgenommen. Sie beschreibt, wie am Sabbat die völlig unterschiedlichen Menschen voller Frieden werden. Sie hat zum ersten Mal das Gefühl einer Verbundenheit.

Wie kam sie dazu, zum Judentum überzutreten?

Sie hat einen jüdischen Mann kennengelernt. Den hat sie allerdings nicht geheiratet, sondern einen anderen.

Zurück zur Zahl 10. Symbolische Zahl. Die Szene davor finde ich so schön. Die Bürger einer Stadt gehen zu jenen einer anderen Stadt und fordern sie auf: lasst uns zusammen hingehen.

Gleichsam eine Sogwirkung, die ausgelöst wird. Auch andere Ereignisse auf der Welt üben solche Wirkung aus. Dieses Ereignis nun um des Heils willen.

Missionsfest im Saarland. Viele Menschen, die gar nicht vorhatten, hinzugehen, ließen sich davon begeistern.

Jes. 55: „Siehe, du wirst Völker rufen, die du nicht kennst, und Völker die dich nicht kennen, werden zu dir laufen um des HERRN willen, deines Gottes, und des Heiligen Israels, der dich herrlich gemacht hat.“

Esther 8,17: „Und in allen Provinzen und Städten, an welchen Ort auch immer des Königs Wort und Gesetz gelangte, da war Freude und Wonne unter den Juden, Gastmahl und Festtag; und viele aus den Völkern im Lande schlossen sich den Juden an; denn die Furcht vor den Juden war über sie gekommen.“ Viele bekennen sich zum Judentum.

Auffallend oft wird der „Herr Zebaoth“ erwähnt. Das will wohl in diesem Kapitel besonders betont werden. Gottes Wille wird beschrieben.

Er ist der Gott der Heerscharen.

Dieser Gott begnadet. Die Begnadigung Zions kann nur von Gott kommen.

Die Autorität und Macht Gottes kommt darin zur Sprache. Viele stehen hinter ihm.

Fällt mir ein Satz von A.Schopenhauer ein. Zum Begriff „Gott“ gehört für alle zweierlei: die höchste Macht und die höchste Weisheit. Gott kann nicht beschränkt sein. Zu Gott gehört nicht automatisch, dass er Liebe ist.

Ich finde schon, sonst wär es mit dem Menschen mit dem Sündefall zu Ende gewesen.

Es geht um den Begriff. Im Gespräch mit Atheisten kann man sich auf Macht und Weisheit einigen. Der Begriff Liebe ist biblisch begründet. Der Atheist könnte verstehen, dass Gott Liebe ist, aber er lehnt das ab.

Der Atheist lehnt aber schon die Existenz Gottes an.

Aber er weiß, was mit diesem Wort gemeint ist. Beispiel: Ich weiß, was mit „Gespenst“ gemeint ist, aber ich muß nicht glauben, dass es das gibt.

Allgemein reden die Leute vom „lieben Gott“.

Diese Definition Gottes als Macht und Weisheit lässt sich auf jede Gottheit anwenden.

Eben. In der griechischen Philosophie (Aristoteles) ist Gott der unbewegte Beweger. Liebe und Gefühl kennt er nicht.

Wenn die Atheisten Gottes Macht und Weisheit anerkennen, können sie doch den Schöpfergott nicht leugnen.

Sie anerkennen Gott nicht, sondern sie wissen, was mit diesem Wort gemeint ist, um es dann abzulehnen.

V a t e r u n s e r

Nächstes Treffen nach den Sommerferien, am 11.Sept.

Eine weitere Seite von Robin Wenzel