Gesprächskreis

Der Gesprächskreis findet jeweils am 2. und 4. Dienstag im Monat, von 19.30 – 21 Uhr statt.

Der nächste Gesprächskreis ist am 8. Mai

Beim letzten Abend ging es um Sacharja, Kapitel 3:

Tageslosung

Du bist mein Gott von meiner Mutter Schoß an. Psalm 22,11

Ich bin darin guter Zuversicht, dass der in euch angefangen hat das gute Werk, der wird’s auch vollenden bis an den Tag Christi Jesu. Philipper 1,6

Alles Ding hat einen Anfang. Das trifft auch auf das Menschenleben zu.  Es beginnt nicht erst mit der Geburt, sondern schon bei der Zeugung. Dabei hat dieser Beginn nicht allein mit menschlichem Willen zu tun, sondern ist eine Tat Gottes.

Auch der Glaube hat einen Anfang. Die meisten von uns sind einfach so hineingewachsen – weil es im Elternhaus und in der Gesellschaft so war, daß man nun mal Christ ist. Es gibt andere, die können auf den Tag benennen, wann sie „zum Glauben gekommen“ sind. Ein Ereignis, ein Erlebnis, eine Ergriffenheit hat sie die Welt und das Leben mit anderen Augen sehen lassen. Solche Menschen sprechen von Bekehrung. Problematisch wird es dann, wenn solch einer auch von anderen erwartet, eine Bekehrungsstunde benennen zu müssen.

Als lutherische Christen sagen wir, daß Gott das Werk des Glaubens in uns angefangen hat. Der Anfang des Glaubens – eine Tat Gottes. Äußeres Zeichen dafür – die Taufe. Die Fortführung des Beginns ist allerdings dann bewusste menschliche Entscheidung. Und doch wirkt Gott beim Dabeibleiben durch sein Wort weiter.

Alles Ding hat ein Ende. Das Menschenleben und auch der Glaube. Beide nicht als Abschluß und Beendigung, sondern als Vollendung und Zielerlangung. Wie Gott am Anfang steht, so auch am Ende.

Paulus will Mut zusprechen. Was Gott angefangen hat, will er auch zur Vollendung bringen. Die Vollendung hat ursächlich mit dem Tag Jesu Christi zu tun. Damit spricht Paulus die Wiederkunft Christi an. Die neue Welt wird dann gleichsam geboren.

L i e d : 408, 1 – 6   Meinem Gott gehört die Welt

G e b e t

 Sacharja, Kapitel 1

  • Ende des 6. Jahrh. Vor Christus wurde Israel von den Babyloniern eingenommen. Der Tempel wurde zerstört und viele in die Gefangenschaft geführt. Es war eine nationale Katastrophe sondergleichen. Ebenso eine große Glaubenskrise.
  • Nachdem die Perser Babylon erobert hatten, durften die Juden zurück in ihre Heimat. Der Wiederaufbau (auch des Tempels) sollte in Angriff genommen werden. Davon handeln die biblischen Bücher Esra, Nehemia, Haggai und in Ansätzen Sacharja.
  • Sacharja trat etwa 20 Jahre nach dem Ende des babylonischen Exils auf. Er entstammt einer priesterlichen Familie. Sein Name bedeutet „Jahwe hat sich erinnert“.
  • König Darius wird erwähnt, seine Herrschaft begann 521 v.Chr. Das Wort des Herrn geschah im 8.Monat des zweiten Regierungsjahres an Sacharja – also 519 v.Chr.
  • Sacharja predigt Buße und schildert seine Visionen.
  • Die ersten Verse sind eine Art Einführung. Das Volk wird aufgerufen, zum Herrn umzukehren und nicht zu sein wie ihre Väter, die sich weigerten, auf die Warnungen zu hören. Der Ungehorsam hat die Strafe Gottes nach sich gezogen. Das Gericht war berechtigt. Der heilige Zorn Gottes war herausgefordert worden.
  • Das Gericht Gottes war notwendig und von Israel herausgefordert, aber mit großem Erbarmen wird Gott sich seines Volkes wieder annehmen und ihm sein Haus bauen.

Die erste Vision

  • Sacharja sieht einen Reiter auf einem roten Pferd und weitere rote, braune und weiße Pferde. Eine Auslegung besagt, daß die Pferde für die obrigkeitlichen Gewalten stehen, die Gott eingesetzt hat. Rot stünde für Persien, braun für die folgende Macht Griechenland und weiß für Rom. Alle stehen unter der Kontrolle Gottes.
  • Gott hat Macht über die gesamte Erde und bestimmt das Geschick der Völker.
  • Der Engel des Herrn klagt an die Adresse Gottes gewandt: Wie lange soll es noch dauern, bis du dich über Jerusalem erbarmst? Gott antwortet mit freundlichen Worten, will heißen, daß er sich über Jerusalem erbarmen wird.
  • Hingegen wird sein Zorn sich gegen die Völker wenden. Sie haben es im Umgang mit Israel übertrieben.
  • Während Heil für Israel kommen wird, erhalten die Völker, die Israel bekämpft haben, eine gerechte Strafe.
  • Sacharja beschäftigt sich besonders mit der Gegenwart und Zukunft Jerusalems. Seine Prophezeiung gliedert sich in zwei große Teile. Der erste umfasst die Kapitel 1–8: Im Mittelpunkt stehen acht Nachtgesichte. Kapitel 9–14 bilden den zweiten Teil. Kapitel 9–11 zeigen das erste Kommen des Messias und seine Verwerfung durch die Juden, die Kapitel 12–14 das zweite Kommen des Messias.
  • Viele Verse des Sacharjabuches sind im Neuen Testament aufgenommen worden, bzw. finden darin ihre Bestätigung. Insofern schreibt Sacharja im Hinblick auf Jesus als den Messias. So wird der Einzug in Jerusalem auf einem Esel mit der bekannten Stelle in 9,9 zusammengebracht; die Tempelreinigung in Mt. 21,12 mit Sach.14,21, wonach es in der Endzeit keine Krämer mehr im Tempel geben wird. Die Klage über den Durchbohrten, 12,10, wird in Joh. 19,37 aufgenommen; 11,13 ist der Hintergrund für den Lohn des Judas, 30 Lot Silber.

A u s s p r a c h e

Gute Aussichten.

Sonst gibt oft schlechte Aussichten.

War es gut, dass die Erde still und ruhig war?

– Der Krieg war ja zu Ende.

– Sie kamen aber in ein zerstörtes Land.

– Die Meßschnur soll über Jerusalem ausgespannt werden. Wie soll man das interpretieren? Soll Jerusalem das Maß aller Dinge sein?

Jerusalem soll wieder aufgebaut werden.

Die Meßschnur ist ein Handwerkszeug.

Vorher hat niemand an einen Wideraufbau denken können. Nun hat Gott die Initiative ergriffen.

„Mein Haus soll darin aufgebaut werden“ – „Mein Haus“ steht für den Tempel.

Warum war Gott zornig über Jerusalem?

Wegen des Ungehorsams.

Die Babylonier waren Werkzeug Gottes bei der Bestrafung.

Es liegt in der Konsequenz eines Krieges, wenn etwa ein Drittel des Landes verloren geht.

 Für uns: die Strafe liegt auf IHM.

Wie klingt das in den Ohren von vielen Flüchtlingen?

Gott redet freundliche und tröstliche Worte (V.13) – was für eine Aussage! Dazu fällt mir eine Strophe des Liedes 523, Valet will ich dir geben, ein: Verbirg mein Seel aus Gnadenin deiner offnen Seit,  Rück sie aus allem SchadenZu deiner Herrlichkeit;
Der ist wohl hier gewesen,Und kommt ins Himmels Schloß;Der ist ewig genesen,
Wer bleibt in deinem Schoß.“

Ein anderes Lied: „Vater, ich komme jetzt zu dir, als dein Kind lauf ich in deine Arme. Ich bin geborgen, du stehst zu mir, lieber Vater. Vater, bei dir bin ich zu Hause. Vater, bei dir berge ich mich.  Vater, bei dir finde ich Ruhe, o mein Vater, ich liebe dich.“

Früher dachte ich, das AT sei so grausam. Das stimmt gar nicht. Gott hat immer wieder gerufen und eingeladen, hatte viel Geduld bewiesen.

Der schlechte Ruf des ATs kommt auch von Kinderbibeln. Die schrecklichen Geschichten haben manches Kind beunruhigt.

Es werden fürchterliche Gemetzel erwähnt.

Mein Sohn hat bei der Noahgeschichte sich gefragt: Wie sind die gestorben? Kinder stellen sich das praktisch vor.

Zur Sintflut ist es gekommen, weil die Menschen sich mit Dämonen eingelassen haben. Daraus sind die Riesen geworden. (1.Mose 6)

Es war eine Notwendigkeit, wie auch der Rausschmiß aus dem Paradies. Ohne die Sintflut gäbe es keine Menschen mehr. Die Nefilim (böse Engel) hätten dann überhand genommen.

Wo kommen die heute vor?

In bestimmten Filmen. Da kommen durchaus Mischwesen vor.

Wir sollten uns nicht an nebulöse Stellen in der Bibel halten.

Satan hat versucht die menschliche Rasse zu verderben, damit der Messias nicht kommen kann.

Muß ich das alles verstehen? Ist das wichtig für mein persönliches Heil?

Es ist mehr verrückt als interessant.

–  Bevor es gut wird, werden die Menschen ermahnt. Das ist die Überschrift über alles. Bleibt nicht, wie eure Väter waren. Achtet auf Gott. Unter diesem Vorzeichen, kann der Wiederaufbau gut werden.  Und dann folgen die Visionen.

Wer Visionen hat soll zum Arzt gehen (Helmut Schmidt).

Ich hätte gerne mal Visionen. Was H. Schmidt betrifft – der hatte die Nase voll von der Kirche, die keine Einsicht zeigte. Die Evang. Kirche hat die Nachrüstung nicht einsehen wollen, sie aber ist die Voraussetzung geworden für die Wiedervereinigung. Die Kirche hat ihren Irrtum nie eingestanden.

Die Kirche war bis 1990 sehr links. So mancher in der Kirche liebäugelte mit dem Sozialismus. Als am 3.Okt. 1990 die Widervereinigung besiegelt wurden, hat die Kirche es nicht gut geheißen, dass die Glocken läuten. Dennoch wurde das in Gemeinden (wie auch Süderhastedt) getan. Wenn es nach der Institution Kirche gegangen wäre, hätte es keine Wiedervereinigung gegeben. Für den Osten Deutschlands träumte man von einer Kirche im Sozialismus. Manchmal möchte ich gerne wissen, welche und wie viele Pastoren im Westen für die Stasi gearbeitet haben.

Auch heute ist die Kirche noch linkslastig.

1990 gab es eine EKD Synode. Zum Thema Wiedervereinigung wurden gleichsam drei Sätze gesprochen, die Gleichberechtigung nahm die restliche Zeit ein.

Israel ist das einzige Volk, das im Falle der Niederlage nicht seinem Gott die Schuld gegeben hat, sondern sich selbst. Das Volk hat sich von Gott was sagen lassen, wie etwa: Kehrt um von euren bösen Wegen.

War es nicht ein Stück Fatalismus? Die Alten haben das und das getan, aber wir sind heute anders.

Hesekiel 18,2: „Was habt ihr unter euch im Lande Israels für ein Sprichwort: »Die Väter haben saure Trauben gegessen, aber den Kindern sind die Zähne davon stumpf geworden«? Im weiteren macht Gott klar, dass jeder für seine Schuld gerade stehen muß.

Die Jünger haben Jesus im Hinblick auf einen Kranken gefragt: „Rabbi, wer hat gesündigt, dieser oder seine Eltern, dass er blind geboren ist?“ (Joh. 9)

Die Juden haben in solchen Zusammenhängen gedacht.

So fragen Leute heute auch: Was habe ich bloß verbrochen, dass ich….?

Eine normale menschliche Regung. Manchmal ist es auch so, dass sich das an einem selbst rächt, was man getan hat.

z.B. Alkohol in der Schwangerschaft – mit Auswirkung auf das Kind.

Was kann das Kind dafür? Und ist dann womöglich geschädigt fürs ganze Leben..

Alles hat irgendwo einen Sinn, auch wenn wir das nicht begreifen.

Entweder alles hat einen Sinn oder nichts hat einen Sinn.

Eine Frage: Welchen Sinn hat eine bildhafte Vision? Hätte ein einfaches Wort nicht gereicht? Welchen Gewinn hat eine Vision?

Es lässt sich nicht alles in „klare“ Wort fassen. Gerade was das Himmlische betrifft, fehlen uns die Worte. Nicht umsonst hat Jesus, gerade was das Reich Gottes betrifft, oft in Gleichnissen gesprochen.

Als Hilfe für die Vorstellung.

Man kann das Gleichnis, die Vision in jede Zeit hineinnehmen.

Mir fällt Winnetou ein. Da helfen die Bilder auch.  Hier bei Sacharja konnten sich die Menschen die Reitergruppe gut vorstellen.

Ein Bild ist eindrücklicher als Worte.

Wie hätten die Worte sein sollen, ohne bildliche Darstellung?

Etwa die Trostworte bei Jesaja 43: „Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst, ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein.“

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte

Den einen sagen Worte mehr, den anderen Bilder.

Wenn es um Prophezeihung als Zukunftsansage geht, bedarf es solcher Bilder.

In der Offenbarung ist es so, dass die Bilder besser verstanden werden als Worte.

Das Bild zu haben muß grandios sein.

Wenn ich geträumt habe, kann ich das besser in Bildern wiedergeben als in banalen Worten.

Der Traum ist ein Hinweis dafür, daß wir nicht eng in unseren Körper eingebunden sind.

Der Traum kommt ja auch von woanders.

Ich will mich wieder Jerusalem zuwenden…. Wenn man das auf die Gegenwart anwendet; Jerusalem ist heute geteilt, wie soll Jerusalem eins werden? Ist wohl eine Vision für später. Wir können das nur in der Jetztzeit sehen und uns nicht vorstellen, dass es mal anders wird.

Ein langjähriger Prozeß.

Das Thema Jerusalem wird uns noch in den nächsten Kapiteln beschäftigen.

L i e d : 283, 1 + 4 + 7   Herr, der du vormals hast dein Land

V a t e r u n s e r

Nächstes Treffen am Dienstag, 8. Mai, um 19.30 Uhr

 

Eine weitere Seite von Robin Wenzel