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Letzter Sonntag nach Epiphanias  5.02.2006

Gottesdienst zum Gedenken an Dietrich Bonhoeffer

mit Posaunenchor und Konfirmanden

Gebet  (Bonhoeffer)        ( Konfirmanden Gesa Staben, Joana Schuck )

 

Vater im Himmel, Lob und Dank sei dir für die Ruhe der Nacht,
Lob und Dank sei dir für den neuen Tag.
Lob und Dank sei dir für alle deine Güte und Treue in meinem vergangenen Leben.
Du hast mir viel Gutes erwiesen,
laß mich nun auch das Schwere aus deiner Hand hinnehmen.
Du wirst mir nicht mehr auflegen, als ich tragen kann.

Du läßt deinen Kindern alle Dinge zum Besten dienen.

Herr, was dieser Tag auch bringt - dein Name sei gelobt.

Herr Jesus Christus, Du warst arm
und elend, gefangen und verlassen wie ich.
Du kennst alle Not der Menschen,
Du bleibst bei mir, wenn kein Mensch mir beisteht,
Du vergißt mich nicht und suchst mich,
Du willst, daß ich Dich erkenne und mich zu Dir kehre.

Herr, ich höre Deinen Ruf und folge,   hilf mir!

 

Heiliger Geist, gib mir den Glauben,

der mich vor Verzweiflung, Süchten und Laster rettet,
gib mir die Liebe zu Gott und den Menschen, die allen Hass und Bitterkeit vertilgt,
gib mir die Hoffnung, die mich befreit von Furcht und Verzagtheit.

 

Heiliger, barmherziger Gott, mein Schöpfer und mein Heiland,
mein Richter und mein Erretter,
Du kennst mich und all mein Tun.
Du haßt und strafst das Böse in dieser und jener Welt ohne Ansehen der Person,
Du vergibst Sünden dem, der Dich aufrichtig darum bittet,
Du liebst das Gute und lohnst es auf dieser Erde mit einem getrosten Gewissen
und in der künftigen Welt mit der Krone der Gerechtigkeit.

 

 

Bekenntnis des Glaubens  (Worte Bonhoeffers)  

( Konfirmanden Denise Christens, Andreas Klehn )

 

Ich glaube, daß Gott kein zeitloses Fatum ist, sondern daß er auf aufrichtige Gebete und verantwortliche Taten wartet und antwortet.

 

Ich glaube, daß die Bibel allein die Antwort auf alle unsere Fragen ist und daß wir nur anhaltend und demütig fragen brauchen, um die Antwort von ihr zu bekommen.

 

Ich glaube, daß auch unsere Fehler und Irrtümer nicht vergeblich sind, und daß Gott es nicht schwerer ist, mit ihnen fertig zu werden, als mit unseren vermeintlichen Guttaten.

 

Ich glaube, daß Gott uns in jeder Notlage soviel Widerstandskraft geben will, wie wir brauchen. Aber er gibt sie nicht im voraus, damit wir uns nicht auf uns selbst, sondern allein auf ihn verlassen.

 

Ich glaube, daß Gott aus allem, auch aus dem Bösesten, Gutes entstehen lassen kann und will. Dafür braucht er Menschen, die sich alle Dinge zum Besten dienen lassen.

 

Ich glaube, daß ich viel Bewahrung in meinem Leben der Fürbitte Bekannter und Unbekannter zu danken habe.

 

 

P r e d i g t  1.Teil       Pastor Alfred Sinn

 

 

Über dir geht auf der Herr, und seine Herrlichkeit erscheint über dir.

(Jesaja 60,2 - Wochenspruch )

 

Liebe Gemeinde,

 

diese Weissagung des Propheten Jesaja hat Dietrich Bonhoeffer auch gekannt. Als er am 4.Februar 1906 geboren wurde, ging es Deutschland noch herrlich. Breslau, seine Geburtsstadt, war noch deutsch und niemand hätte sich vorstellen können, daß 40 Jahre später das Land die Ostgebiete verliert und das übrige Rumpfstück geteilt ist. Ein Erster Weltkrieg war nicht in Sicht und ein Zweiter für die Menschen damals gar nicht zu denken. Die Kaiserjahre waren eine Zeit des Friedens. Wenige wache Geister erkannten die politische und militärische Einkreisung des Deutschen Reiches. Mit dem 1.Weltkrieg hörte die Herrlichkeit auf.

 

Doch geistlich war Deutschland schon vorher ausgehöhlt. Insofern war die Herrlichkeit bloß eine äußere. Der christliche Glaube war aus dem Bewußtsein vieler Menschen verschwunden. Daß die Kirche im Dritten Reich keine Oppositionsstellung gegenüber den Machthabern einnahm, liegt auch darin begründet, daß in den Jahrzehnten davor eine liberale Theologie betrieben wurde.  Das protestantische Christentum war schon vor dem 1.Weltkrieg sehr anpassungsbereit. Was Adolf Stöcker, der Hofprediger in der Reichshauptstadt 1875 beklagte, hört sich an, als würde es heute gesagt: „Von 100 hier in Berlin standesamtlich geschlossenen Ehen waren nur etwa 18 bis 19 kirchlich eingesegnet; von 100 geborenen Kindern wurden nur etwa 52 getauft.“   Bis zur Zeit Bonhoeffers war die Verweltlichung noch weiter fortgeschritten. Die Verchristlichung der Welt war in eine Verweltlichung des Christentums umgeschlagen.

 

D. Bonhoeffer hatte ein feines Gespür für die Gefahr, die von solcher Haltung ausging, umsomehr nachdem sich Demagogen der politischen Macht bemächtigten. Er sah das Chaos hereinbrechen und mahnte Christen und Kirche Salz und Licht der Welt zu sein.

Adolf Hitler hat am 30.Jan. 1933 seine Kanzlerschaft angetreten. Zwei Tage später sagte Bonhoeffer in einer Rundfunkansprache: „Aus dem Führer wird ein Verführer, wenn dieser sich dazu hinreißen läßt, sich selbst verherrlichen zu lassen. Der echte Führer muß hinter der Sache, für die er da ist, zurücktreten. Führer und Amt, die sich selbst vergotten, spotten Gottes und . . . müssen zerbrechen.“  Die Sendung wurde vorzeitig abgeschaltet.

Drei Wochen nach der Machtergreifung Hitlers hat Bonhoeffer gepredigt: „Wir haben in der Kirche nur einen Altar und das ist der Altar des Allerhöchsten, des Einzigen, des Herrn, dem allen Ehre und Anbetung gebührt! Wir haben keine Nebenaltäre für Menschenverehrung …  Wir haben in der Kirche auch nur eine Kanzel und von dieser Kanzel aus wird vom Glauben an Gott geredet und sonst von keinem Glauben und keinem noch so guten Willen.“

 

Bonhoeffer lag daran, auf die Herrlichkeit hinzuweisen, die in Gott liegt. Doch in jenen Jahren haben die Menschen die Herrlichkeit Gottes eingetauscht gegen die Herrlichkeit eines Systems. Auch der Teufel ist herrlich und schön, er verstellt sich als Engel des Lichts (2.Kor.11,14), doch nur, um die Menschen zum Abfall zu bewegen. Das ist ihm damals in großem Stil gelungen. Das Ende des Ganzen kennen wir.

 

 

Bonhoeffer sah auch die Gefahr, die in der damals betriebenen Theologie lag. Er beklagte die mangelnde Glaubenserfahrung bei den Theologen seiner Zeit und das eingeschläferte Gewissen. Die Theologen würden nicht glauben wollen, sondern bloß über den Glauben reflektieren (dh nachdenken).  In dem Zusammenhang sprach er von der Dämonie des Wissens. Mit der Theologie würde alles entschuldigt oder rechtfertigt.  Wie aktuell doch die Gedanken Bonhoeffers klingen!

 

Bonhoeffer wurde Privatdozent an der Berliner Universität und Studentenpfarrer. Den Studenten schärfte er ein: „Die Nachfolge steht ganz auf einfältigem Glauben und es ist auch der Glaube nur in der Nachfolge wahr.“ Er selber lernte die Bibel neu lesen, und zwar in einer schlichten Art. In einem Brief an seinen Schwager bekannte er: „Du glaubst gar nicht, wie froh man ist, wenn man von den Holzwegen so mancher Theologie wieder zurückgefunden hat zu diesen primitiven Sachen“.

In Deutschland hatte sich die Bekennende Kirche als Gegengewicht zu den Deutschen Christen gegründet. Bonhoeffer hat am Predigerseminar der Bekennenden Kirche unterrichtet. 1937 wurde es von der Gestapo geschlossen.

 

Bonhoeffer wurde nicht müde auf die Herrlichkeit in Christus hinzuweisen. Diese aber ist zugleich verborgen. Das ist an Christus zu lernen. Als das göttliche Kind geboren wurde, haben die wenigsten die göttliche Botschaft erkannt. Als Jesus mit seinen Jüngern unterwegs war, haben längst nicht alle sein Reden und Handeln akzeptiert. Später wurden die Apostel verhöhnt, verspottet, geschlagen. Und immer wieder in der Kirchengeschichte haben Christen ob des Bekenntnisses ihr Leben gelassen. Und auch heute geschieht das in anderen Ländern auf der Welt.

 

Die Herrlichkeit des Herrn ist nur im glaubenden Gehorsam und im gehorsamen Glauben zu erkennen.  Gott ist uns in Gnaden zugewandt, doch seine Gnade ist keine Schleuderware.

 

Dazu hat Bonhoeffer geschrieben  ( Konfirmand Daniel Kirstein trägt vor ):     

 

„Billige Gnade ist der Todfeind unserer Kirche. Unser Kampf geht heute um die teure Gnade. Billige Gnade heißt Gnade als Schleuderware, verschleuderte Vergebung, verschleuderter Trost, verschleudertes Sakrament. Billige Gnade heißt Rechtfertigung der Sünde und nicht des Sünders. Weil Gnade doch alles allein tut, darum kann alles beim alten bleiben. Es lebe also auch der Christ wie die Welt, er stelle sich der Welt in allen Dingen gleich und unterfange sich ja nicht unter der Gnade ein anderes Leben zu führen als unter der Sünde. Billige Gnade ist die Predigt der Vergebung ohne Buße. Billige Gnade ist Gnade ohne Nachfolge, Gnade ohne Kreuz, Gnade ohne den lebendigen, menschgewordenen Jesus Christus.  Teure Gnade ist das Evangelium, das immer wieder gesucht werden muß. Teuer ist sie, weil sie in die Nachfolge ruft, Gnade, weil sie in die Nachfolge Jesu Christi ruft; teuer ist sie, weil sie dem Menschen das Leben kostet, Gnade ist sie, weil sie ihm so das Leben erst schenkt. Teure Gnade ist Menschwerdung Gottes“

 

In der Menschwerdung Gottes ist die Herrlichkeit des Herrn über dieser Welt aufgegangen. Und sie geht immer wieder dort auf, wo Menschen sich in die Nachfolge begeben, wo Buße getan wird, wo der Verheißung Gottes geglaubt wird.  

Teure Gnade kostet dem Menschen das Leben – hat Bonhoeffer gesagt. 

Ihn hat es das Leben gekostet. 1943 wurde er verhaftet. Am 9. April 1945 ist er im Konzentrationslager Flossenbürg gehängt worden.  Zum Jahreswechsel 1944/45 hat er die schönen Zeilen zu Papier gebracht, die wir jetzt singen werden.

 

P r e d i g t  2.Teil      

 

Welch ein großer Trost spricht doch aus diesem Lied! Dietrich Bonhoeffer wußte sich bei Gott geborgen. Bevor er zum Galgen geführt wurde, verharrte er in tiefem und innigem Gebet. Der Lagerarzt bezeugte später, wie gottergeben Bonhoeffer gestorben ist.  Gottes Wege mit uns führen nicht immer am Leiden vorbei, aber er führt uns durch das Leiden hindurch“ – mit dieser Überzeugung war er getrost, daß der Lebensverlust nicht bedeutet Gott zu verlieren.  In seiner Gefangenschaft war er für Mithäftlinge auch Seelsorger. Ein Gebet, das er für sie gesprochen hat, ist uns überliefert (Weihnachten 1943):  (Konfirmandin Emma Lemke)

 

 

Gott, zu Dir rufe ich in der Frühe des Tages.
Hilf mir beten und meine Gedanken sammeln zu Dir;
ich kann es nicht allein.

In mir ist es finster, aber bei Dir ist das Licht;
ich bin einsam, aber Du verläßt mich nicht;
ich bin kleinmütig, aber bei Dir ist die Hilfe;
ich bin unruhig, aber bei Dir ist der Friede;
in mir ist Bitterkeit, aber bei Dir ist die Geduld;
ich verstehe Deine Wege nicht,  aber Du weißt den Weg für mich.

Vor Dir denke ich an all die Meinen, an die Mitgefangenen

und alle, die in diesem Hause ihren schweren Dienst tun.
Herr, erbarme Dich!
Schenke mir die Freiheit wieder, und laß mich derzeit so leben,
wie ich es vor Dir und vor den Menschen verantworten kann.
Herr, was dieser Tag auch bringt, - Dein Name sei gelobt!    Amen.

 

Bonhoeffer war davon überzeugt, daß Christen vor Gott in der Verantwortung für diese Welt stehen. Dazu gehört auch, den Weg des Leidens zu gehen. Er hat gesagt: Nicht nur die Tat, sondern auch das Leiden ist ein Weg zur Freiheit. Die Befreiung liegt im Leiden darin, daß man seine Sache ganz aus den eigenen Händen geben und in die Hände Gottes legen darf. In diesem Sinn ist der Tod die Krönung der menschlichen Freiheit.“  Ein Satz zur Auferstehung: „Die Auferstehung Christi macht offenbar, daß wir Zukunft haben. Leiden und Tod verlieren dadurch nichts von ihrer Bitterkeit, aber sie erscheinen in einem neuen Licht.“

 

Mit Christus wird auch die Finsternis Licht. Wer Christus anhangt, der bleibt nicht in der Finsternis, auch nicht in der Finsternis des Todes. Das ist unsere große Hoffnung und unsere gewiße Zuversicht.  Die können wir nicht aus uns heraus haben, sondern sie wird uns vermittelt durch die Schrift. Oder wie Paulus den Korinthern schreibt: „Gott hat einen hellen Schein in unsere Herzen gegeben“ (2.Kor.4,6).  Noch ein Zitat von Bonhoeffer zu der Bedeutung Christi: Christus ist nicht in die Welt gekommen, daß wir ihn begriffen, sondern daß wir uns an ihn klammern, daß wir uns einfach von ihm hinreißen lassen in das ungeheure Geschehen der Auferstehung.“ 

 

Die Auferstehung mit Christus ist aber nicht anders als durch Leidensgemeinschaft mit ihm zu haben. Das haben wir aus der Lesung vernommen. Den Schatz unseres Glaubens haben wir in irdenen Gefäßen. Wir werden bedrängt, leiden Anfeindung, manche werden gar in den Tod gegeben. Wer aber das Sterben Jesu an seinem Leibe trägt, an dem wird auch das Leben Jesu offenbar werden. Unter diesem Aspekt konnte Bonhoeffer auf dem Weg zum Galgen sagen: Das ist das Ende, für mich der Beginn  des  Lebens.

 

So hat Bonhoeffer an und mit seinem Leibe den Herrn gepriesen. Den hellen Schein hatte er in seinem Herzen – doch er behielt den Schein nicht für sich, sondern ließ andere daran teilhaben; bzw, um mit dem Apostel Paulus zu sprechen: „damit durch uns entstünde die Erleuchtung zur Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes in dem Angesicht Jesu Christi“.  

 

Bonhoeffer hatte das neuheidnische Wesen des Nationalsozialismus erkannt.

Er weigerte sich Volkes Stimme als Gottes Stimme anzuerkennen. Die Stimme der Kirche war zu schwach geworden, sie wurde vom Gegröhle des Volkes übertönt. Das Volk suchte sein Heil nicht mehr in Christus. Es hatte sich einem anderen Heiland zugewandt, was auch im Gruß zu erkennen war.

Während Hitler in seinem Buch „Mein Kampf“ schrieb: „So glaube ich heute im Sinne des allmächtigen Schöpfers zu handeln: Indem ich mich des Juden erwehre, kämpfe ich für das Werk des Herrn“, ließ Bonhoeffer verlauten: Wir wollen Christus gehorchen und gehören, sonst niemandem!“

 

In der Zeit des 3.Reiches hat die Kirche versagt. Sie hat zugesehen, wie viele Menschen in die Konzentrationslager geschafft wurden. Für die Juden, das Volk des Alten Bundes hat sie sich nicht eingesetzt. Bonhoeffer protestierte früh gegen den Arierparagraphen. Im August 1933 ließ er in einem Flugblatt verlauten: „Der Ausschluß der Judenchristen aus der kirchlichen Gemeinschaft zerstört die Substanz der Kirche Jesu Christi“. Und als er von der Deportation der Juden erfuhr schärfte er ein: "Nur wer für die Juden schreit, darf auch gregorianisch singen."

 

Die Kirche hatte ihre Grundlage verlassen, das ist das heilige Wort Gottes, sowohl das geschriebene, als auch das fleischgewordene. Kirche kann immer nur verlieren, wenn sie diesen Schritt tut. Sie macht sich dann selber überflüssig. Sie verliert ihre Daseinsberechtigung. Wie hat doch Jesus gesagt: „Wenn nun das Salz nicht mehr salzt, womit soll man salzen? Es ist zu nichts mehr nütze, als daß man es wegschüttet und läßt es von den Leuten zertreten.“ (Mt.5,13)   Die Kirche zu zertreten, das war die Absicht des Nationalsozialismus. Im Falle eines gewonnenen Krieges hätten die Christen nichts zu lachen gehabt. Es ging gegen den Herrn der Geschichte und darum auch gegen die, die ihn bekennen.

 

Liebe Gemeinde, wir können nur dann Bestand haben, wenn wir uns vom Herrn in seinem Wort leiten lassen. Wenn wir das tun, werden selbst die Pforten der Hölle die Gemeinde nicht überwinden können, wie Jesus das seinen Jüngern gesagt hat. (Mt.16,18)

 

Darum laßt uns am Wort der Schrift bleiben. In ihr ist Heil und Segen gegeben. Zur Bekräftigung noch mal ein Zitat von Bonhoeffer: Die Bibel kann man nicht einfach lesen wie andere Bücher. Mann muß bereit sein, sie wirklich zu fragen. Nur so erschließt sie sich. Nur wenn wir die letzte Antwort von ihr erwarten, gibt sie sie uns. Das liegt daran, daß in der Bibel Gott zu uns redet. Und über Gott kann man eben nicht so einfach von sich aus nachdenken, sondern man muß ihn fragen. Nur wenn wir ihn suchen, antwortet er.“

Amen.

 

 

  Texte von  Bonhoeffer

 

 

 

Sind wir noch brauchbar?    ( Konfirmandin Katharina Bornholdt )

 

Wir sind stumme Zeugen böser Taten gewesen,
wir sind mit vielen Wassern gewaschen,
wir haben die Künste der Verstellung und der mehrdeutigen Rede gelernt,
wir sind durch Erfahrung mißtrauisch gegen die Menschen geworden
und mußten ihnen die Wahrheit und das freie Wort oft schuldig bleiben,
wir sind durch unerträgliche Konflikte mürbe oder vielleicht sogar zynisch geworden  -  sind wir noch brauchbar?

Nicht Genies, nicht Zyniker, nicht Menschenverächter, nicht raffinierte Taktiker,
sondern schlichte, einfache, gerade Menschen werden wir brauchen.

Wird unsere innere Widerstandskraft gegen das uns Aufgezwungene
stark genug und unsere Aufrichtigkeit gegen uns selbst schonungslos

genug geblieben sein,
daß wir den Weg zur Schlichtheit und Geradheit wiederfinden?

 

 

 

 

Christen und Heiden      ( Konfirmandin Christa Lemke )

 

Menschen gehen zu Gott in ihrer Not,
flehen um Hilfe, bitten um Glück und Brot,
um Errettung aus Krankheit, Schuld und Tod.

So tun sie alle, alle, Christen und Heiden.

 

Menschen gehen zu Gott in Seiner Not,
finden ihn arm, geschmäht, ohne Obdach und Brot,
sehn ihn verschlungen von Sünde,

Schwachheit und Tod.

 

Gott geht zu allen Menschen in ihrer Not,
sättigt den Leib und die Seele mit Seinem Brot,
stirbt für Christen und Heiden den Kreuzestod,
und vergibt ihnen beiden.