5. Sonntag nach Trinitatis 16.07.2006
Abendgottesdienst Thema: Abschied und Neubeginn
Neben der Predigt haben auch Gemeindeglieder sich mit Beiträgen am Gottesdienst beteiligt.
Predigt : Pastor Alfred Sinn
»Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
In andere, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft zu leben ...
Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
Uns neuen Räumen jung entgegensenden,
des Lebens Ruf an uns wird niemals enden ...
Wohlauf denn Herz, nimm Abschied und gesunde.«
Liebe Gemeinde, so kennen wir das aus einem Gedicht von Hermann Hesse. In der Tat: Jedem Anfang wohnt auch ein Zauber inne. Das Neue zieht an, aber kann auch Ängste hervorrufen. Ein neuer Abschnitt bringt neue Herausforderungen, bedeutet aber zugleich Abschied nehmen von Vertrautem. Jeder von uns hat das schon mehr oder weniger intensiv mitgemacht.
Ich bin in meinem Leben schon oft umgezogen; doch auch jene, die noch nicht umgezogen sind, haben Altes aufgegeben und Neues angefangen. Der Wechsel vom Kindergarten zur Schule, von der Schule zur Lehre, usw. gehört ebenso in diese Rubrik.
Wir lernen im Leben immer wieder etwas Neues kennen. Man lernt etwas kennen, indem man auf der Fahrt ist. Daher auch das Wort „Erfahrung“. Erfahrung sammelt man, indem man unterwegs ist, indem man sich auf Wanderschaft begibt. Man sammelt auch Erfahrung, wenn man Gewohntes verläßt und sich in die Fremde begibt. Das birgt natürlich auch Risiken.
Doch mitunter ist einem der alte Trott so über, daß man einfach einen Schlußstrich ziehen möchte. Das Alte vergessen, alles hinter sich lassen, neu anfangen. Was für Hoffnungen doch mit solchen Gedanken verbunden sind! So sehr das auch seinen Reiz hat, wir wissen, den eigenen Schatten können wir nicht loswerden. Unsere Vergangenheit geht mit. Die Frage ist bloß, wird sie Gegenwart und Zukunft negativ prägen, oder bietet der neue Schritt wirklich einen Neuanfang?
Liebe Gemeinde, um einen Neuanfang, um Unterwegssein, um Aufgabe und In-Besitznahme geht es mit dem heutigen Bibelwort aus 1. Mose 12, 1 – 4a :
1 Und der HERR sprach zu Abram: Geh aus deinem Vaterland und von deiner
Verwandtschaft und aus deines Vaters Hause in ein Land, das ich dir zeigen will.
2 Und ich will dich zum großen Volk machen und will dich segnen und dir einen großen Namen machen, und du sollst ein Segen sein.
3 Ich will segnen, die dich segnen, und verfluchen, die dich verfluchen; und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter auf Erden.
4 Da zog Abram aus, wie der HERR zu ihm gesagt hatte, und Lot zog mit ihm.
Abram aber war fünfundsiebzig Jahre alt, als er aus Haran zog.
Als dieses Wort Gottes an Abram erging, war er 75 Jahre alt. Mit 75 fängt man doch nichts Neues mehr an. Dann genießt man doch den Ruhestand, sofern man überhaupt noch gesund ist. Laß das die Jungen machen, ich bin zu alt, ich bin verbraucht und brauche nur noch Ruhe. Der alte Mensch kommt mit mancher modernen Lebensweise eh nicht zurecht – und dann soll er sich noch mit Neuem abgeben.
Junge Menschen dagegen zieht es hinaus, die wollen was Neues erleben, sie preschen nach vorn in die Zukunft, ihnen gehört die Welt.
Junge Menschen sind unternehmungslustig, sie schrecken vor neuer Erfahrung nicht zurück. Es liegt auf der Hand, daß man in jungem Alter noch mit vielen Lebensjahren rechnet und daher auch mutig Dinge anpackt, die zur Umsetzung ihre Zeit brauchen.
Im Alter dagegen werden einem viele Dinge aus der Hand genommen. Man lernt sparsam mit Zeit und Kräften umzugehen. Je weniger Zeit noch übrig bleibt, desto kostbarer wird sie. Weil die Zeit knapp wird, will man sie nicht mit Ausprobieren von Neuem vertun, der alte Mensch begnügt sich mit dem, was sich im Leben bewährt hat.
Nun haben wir in Abraham einen Menschen, der sich trotz seines Alters auf Neues eingelassen hat. Es war keine materielle Not, nicht Krieg, nicht Abenteuerlust, die ihn bewog aufzubrechen, sondern Auftrag von höchster Stelle. Gott selber hat ihn aufgefordert, das Gewohnte zu verlassen. Man bedenke, Abraham gibt seine Verwandtschaft auf, alles, was ihm bisher Halt bot.
Alles, was sein Leben bisher ausmachte, soll er aufgeben, ohne zu wissen, was an Gegenleistung herauskommt! Am Anfang steht der Ruf Gottes. Gott, der beruft, verlangt ein Opfer. Genau das ist es, was Menschen vor der Befolgung zurückschrecken läßt. Der Mensch möchte Sicherheiten haben. Verwandtschaft, Vaterhaus, Vaterland bieten Sicherheiten, die gibt man nicht leichtfertig auf. Und wenn man es tut, muß es um eines höheren Zieles willen sein. In der Tat: es gibt Höheres als Verwandtschaft und Vaterhaus. Auch die Jünger Jesu haben solche Sicherheiten aufgegeben, sie haben sich auf ein unstetes Leben eingelassen.
Abraham und die Jünger folgen dem Ruf, weil Gott eine Verheißung hinterherschickt. Bei Abraham ist es dreierlei: (1) Ich will dich zum großen Volk machen, (2) Ich will dich segnen, (3) Durch dich sollen alle Geschlechter auf Erden gesegnet sein.
Abraham macht sich auf, er hinterfragt den Auftrag Gottes nicht, er glaubt einfach. Er glaubt, daß Gott hält, was er verspricht. Freilich überkamen ihn später auch Zweifel: Ich bin alt, was soll noch aus der Nachkommenschaft werden? Gott wiederholt sein Versprechen und bekräftigt es durch Zeichen. Es sollten noch 25 Jahre vergehen bis dem Abraham der Sohn Isaak geboren wurde. Auch bei den Jüngern hat sich Zweifel eingestellt. Eines Tages fragten sie Jesus: „Siehe, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt; was wird uns dafür gegeben?“ (Mt.19,27) Jesus verwies auf die Vollendung im Reich Gottes.
So mancher Zeitgenosse begnügt sich damit nicht. Der Lohn der Nachfolge soll sofort ersichtlich sein. Manch einer sagt sich: Ich soll mich aufmachen, losgehen, einfach so, auf Gottes Wort hin? Dazu habe ich keine Lust. Freilich, den Segen, den hätte ich schon gerne, den stelle ich mir recht angenehm und freundlich vor. Der Segen Gottes soll mich begleiten in den Alltag hinein, den wünsch ich mir. Segen ist gut. Doch diesen Segen sich im Gottesdienst gleichsam abholen, das ist schon zuviel verlangt.
Sowohl aus dem heutigen Bibelabschnitt, wie auch aus anderen lernen wir, daß es den Segen nicht ohne Gehorsam gibt. Für Abraham ist der Segen gebunden an den Auftrag zum Aufbruch.
Für uns ist das nicht anders. Auch wir sind auf den Weg geschickt. Mit der Taufe haben wir einen Weg beschritten, der ein Ziel hat. Im Glauben bleiben wir auf diesem Weg und behalten das Ziel im Auge. Gott sagt: Geh in ein Land, das ich dir zeigen will. Nimm mein Angebot an. Ich will dich segnen. Und du selbst kannst auf dem Weg dahin ein Segen sein.
Wer sich im Vertrauen auf die Verheißung Gottes aufmacht, der geht zielgerichtet den Weg. Für den wird auch die Todesstunde nicht Abbruch bedeuten, sondern sie wird neue Räume aufschließen (siehe Hesses Gedicht).
Abraham hat seine alte Heimat verlassen. Er hat eine neue Heimat gefunden und lebte trotzdem in Hoffnung auf die Erfüllung der Verheißung Gottes. Jesus bezeugt, daß Abraham doch auch weiter blickte als nur auf die Nachkommenschaft, die sich durch seinen Sohn Isaak ergab. Bei Johannes 8,56 spricht Jesus zu den Juden: „Abraham, euer Vater, wurde froh, daß er meinen Tag sehen sollte, und er sah ihn und freute sich.“
Auch wir sollten uns mit dem Gedanken anfreunden, daß diese Erde nicht unsere eigentliche Heimat ist. Unsere Heimat liegt in der Zukunft
Ein Sprichwort sagt: „Heimat ist da, wo man seine Wurzeln hat“.
Liebe Gemeinde, wo haben wir unsere Wurzeln, worin sind wir verwurzelt? Ist es das Vaterhaus, die Verwandtschaft, das Vaterland? Ist es diese Zeit und diese Erde? Wohl uns, wenn wir unsere Wurzeln in der Zukunft haben, ausgerichtet auf den, der auf uns zukommt! Dieser Eine ist Jesus.
Was diese Thematik betrifft können gerade Senioren Wesentliches an die Jungen weitergeben, erst recht auf Grund ihres Alters und ihrer Lebenserfahrung.
Amen.
Abschied und Neubeginn - Persönliche Beiträge
Alla Schulz
Zu Beginn möchte ich auf eine Bibelstelle aus dem Johannesevangelium eingehen: „Jesus spricht: Ein Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu schlachten und umzubringen. Ich bin gekommen, damit sie das Leben und volle Genüge haben sollen“ (10,10). Also ist es der Wille von Jesus, daß wir aktiv sind, daß wir uns weite Ziele setzen, daß wir im Überfluß leben, also mehr aus unserem Leben machen als es uns von Geburt gegeben ist.
Gott hält für jeden seinen Weg bereit. Er hat einen Plan für jedes Leben und diesen Plan zu erfüllen ist Sinn des Lebens eines Gläubigen.
Wenn jemand volles Leben an seinem Geburtsort findet, der soll auch dort bleiben, wenn er dort gläubig ist. Aber man sollte sich nicht aus Angst vor Ungewissem und aus Unsicherheit vom Dieb bestehlen lassen. Der Satan will nicht nur unser Vermögen stehlen, sondern unsere Freude und unser Leben.
Wir wissen aus der Bibel, daß wir uns im Reich Gottes befinden, unabhängig von der Geographie. In Lukas 17,21 bezeugt Jesus: „Gott richtet schon jetzt seine Herrschaft mitten unter euch auf“.
Ich bin in der Ukraine aufgewachsen und bin von Geburt Jüdin. In wurde in der orthodoxen Kirche getauft, zähle mich aber jetzt zu den messianischen Juden. Messianische Juden sind jene, die in Jesus den Messias sehen.
Ich habe durch meinen Umzug nach Deutschland mehr gefunden als verloren. Die alten Freundschaften wurden auf die Probe gestellt. Nur da, wo echtes Interesse aneinander war, blieb die Freundschaft bestehen und das trotz der Entfernung und des seltenen Treffens. Zuerst wohnte ich in einem kleinen Dorf in Steinburg. Dort habe ich zwei tolle Familien kennengelernt, die mir sehr unter die Arme gegriffen haben. Mit ihnen pflege ich bis heute eine warme Freundschaft.
Neue Begegnungen haben mir eine andere Denkweise, eine andere Mentalität und Kultur gezeigt als ich sie von zu Hause kannte. Das Positive dabei ist, daß man von beiden Seiten das Beste nimmt und sich im Sinne des Herrn zum Besseren ändert.
Ich habe in Deutschland die Evangelische Kirche für mich entdeckt und nehme gerne an diesen Gottesdiensten teil. Durch den Propheten Jesaja spricht Gott: „Blickt nicht zurück auf das, was früher war. Es ist lange vorbei. Ich lasse jetzt etwas Neues geschehen. Durch die Wüste baue ich eine Straße, in der Steppe lasse ich Ströme fließen“ (43,18-19). An vielen anderen Stellen in der Schrift finden wir das Versprechen Gottes, uns auf unseren Wegen beizustehen.
Karin Herzog
Bis 1989 habe ich mit meiner Familie in Leipzig gewohnt. Die Ausreisgenehmigung erhielten wir am 5.5.1989 – nach 2 ½ Wartezeit. Ständig war man im Unklaren gelassen, ob und wann die Genehmigung erfolgt.
Was blieb zurück? Was kam Neues auf uns zu? Zurück blieb die Kindheit, die Jugend, das Studium, die daraus resultierenden Bekannten, die alte Gemeinde, die Kirche der eigenen Taufe, der Konfirmation und Trauung. Alles in alles ein schweres Gefühl und ein schwerer Schritt, doch wollten wir frei sein, politisch frei sein. Die Repressalien, denen wir ausgesetzt waren, waren vielgestaltig. Unser Trauspruch war unser Wegbegleiter: „Werft eure Zuversicht nicht weg, die eine große Belohnung hat“ (Hebr.10,35). Mit Zuversicht haben wir im Mai 1989 die DDR verlassen. Im „Gepäck“ ein Kind von 14 Jahren, meine querschnittsgelähmte Mutter, ein Hund. Zunächst bekamen wir die Ausreisegenehmigung, aber nicht der Hund. Das war einzureihen unter die Schikanen, denen wir ausgesetzt waren. Irgendwann waren dann alle Genehmigungen da.
Der Weg führte uns nach Schleswig-Holstein, nach Dithmarschen. Für uns war es ein neues, unbekanntes Land, aber auch Deutschland.
Die Wege des Herrn sind wunderbar und er führte uns. Wir konnten uns hier wieder eine Existenz aufbauen, mieteten ein Haus, die Mutter wurde von uns betreut. Ja, wir waren dem Herrn dankbar, daß wir alles so schafften. Solches Schaffen ist nur mit Gottes Hilfe möglich, es ist nicht selbstverständlich oder Schicksal.
Meine Mutter wurde 1977 gelähmt, mein Vater starb 1984. All dies war nicht einfach für uns, viele Probleme mußten bewältigt werden. Wir haben die Probleme bewältigt durch die Kraft, die wir täglich von unserem Herrn erhalten haben und auch weiter erhalten, wenn wir darum bitten.
Ich kann’s nicht anders sagen als stets wiederholen, daß mir Hilfe zuteil wurde vom Herrn
Es möge das Band zu ihm nie zerreißen.
Renate Dethlefsen, Wesselburen
Abraham ist dem Ruf Gottes gefolgt. Er hat sich aufgemacht und ist in ein neues Land gegangen. Drei Kapitel später wird von ihm gesagt: „Abram glaubte dem Herrn und das rechnete er ihm zur Gerechtigkeit“. Das ist der Abrahamsglaube! Abraham antwortet auf die Erwählung Gottes und zog aus im Glauben. Er ist zum Vorbild geworden für alle Glaubenden. Er ist der Vater derer, die im Glauben gehorsam sind. Freilich wurde er durch den Ruf auf die Probe gestellt. Sein Auszug zog eine Kette von Ereignissen nach sich.
Wie war es bei uns? Ich bin in Berlin aufgewachsen. Im Krieg wurden wir ausgebombt. Wir kehrten nicht wieder zurück, bekamen aber keinen Lastenausgleich, mit dem Hinweis, wir hätten doch zurückgehen können. Damit war der finanzielle Start ungemein schwer. Auch unser Auszug zog eine Kette von Ereignissen nach sich.
Es gibt die Warum-Frage. Man kann sie täglich stellen, oder wochenlang, monatelang, jahrelang. Man kann sich damit ein Leben lang quälen. Man kommt aber nicht weiter. Wichtig ist, daß man darauf vertraut, daß Gott es gut meint. Gott macht keine Fehler.
Heute morgen als ich im Losungsbuch las, wurde mir die Aussage von Traugott Hahn zur Bestätigung: „Es ist ein entscheidender Unterschied, ob ich meine, daß blindes Schicksal, unberechenbare Zufälle meinen Lebensweg formen, oder ob mir im Glauben die Augen aufgegangen sind: Gott lenkt alles, mein Weg ist schließlich immer sein Weg.“
Gott führt und ruft. Für jeden hat er das Heil bereit. Er liebt uns. Im Hiobbuch (Kap.33,29) wird bezeugt, daß Gott zwei- oder dreimal dir nachgeht, dich ins Leben holen will, dich erleuchten will mit dem Licht der Lebendigen.
Für mein Leben steht fest: ich mußte diesen Weg gehen. Es ist phantastisch wie Gott bis zu dieser Stunde geführt hat. Ich habe einen guten Ehemann, Gott hat uns zusammengeführt. Gott hat mir Menschen und Begebenheiten an den Weg gestellt, die zu frohmachendem Gauben führten.
Ich habe Jesus angenommen, habe mein Leben vor ihm bereinigt. Das war anläßlich einer Zeltmission mit einem bayrischen Pfarrer.
Vor Tagen war ich bei einem Gebetsseminar in der Schweiz. Auch dort habe ich die Erfahrung gemacht, daß Gott führt. Ein Ehepaar, das Goldene Hochzeit feierte, schrieb uns fröhlich, wie gut ihnen das Seminar getan hat.
Wir können jeden Tag mit Gottes Wort leben. Wir können es mit uns herumtragen. Hier habe ich mein Handy, ich habe Bibelverse darauf gespeichert, die mir von Bedeutung sind: „Wenn der heilige Geist kommt, wird er der Welt die Augen auftun über die Sünde: daß sie nicht an mich glauben“ (16,9); „Wenn ihr in mir bleibt und meine Wort in euch bleiben, werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch widerfahren“ (15,9); „Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben und kommt nicht in das Gericht, sondern er ist vom Tod zum Leben hindurchgedrungen“ (5,24); „Wenn euch der Sohn frei macht, so seid ihr wirklich frei“ (8,36).
Wir haben gehört, daß Gott zu Abraham gesprochen hat. Spricht Gott zu uns auch so? Ich entsinne mich eines Gebets, in dem es heißt: Herr, nicht nach links, nicht nach rechts laß mich sehen, sondern führe du. Es gab noch andere Situationen, von denen ich berichten könnte. Es stellte sich die Frage: Soll ich dahin, oder dorthin? Manchmal macht Gott Türen zu, auch schöne Türen, doch dafür öffnet er viele andere Türen, wunderschöne Türen.
Ich habe mal ein Buch gelesen von Larry Lea „Könnt ihr nicht eine Stunde mit mir wachen?“. Er schildert darin, wie er sich mit 30 Jahren als 80-Jährigen empfand. Er hat so viel mit sich herumgeschleppt, daß ihn die Last niederdrückte. Von einem Psychiater zum anderen fand er doch keine Befreiung. Bis ihn Gott aus seiner Not herausriß. Er hat die Erfahrung gemacht, daß der Herr heilt und frei macht.
Gott kann aus der gewohnten Umgebung herausziehen. Doch manche wollen nicht raus aus alten Bindungen und blicken zurück. Dazu fällt mir Lots Frau ein. Abraham hatte für die Bewohner von Sodom und Gomorrha bei Gott ein Wort eingelegt. Doch die Verderbtheit war übergroß. Gleichgeschlechtliche Beziehungen wurden gepflegt, Ungerechtigkeit herrschte, all das war Gott ein Greuel. Die Orte sollten der Verderbnis preisgegeben werden. Lot und seine Familie sollten fliehen. Doch Lots Frau konnte sich innerlich nicht trennen, sie blickte zurück und erstarrte zur Salzsäule. Wenn Gott herausführt, darf auch nicht mehr zurückgesehen werden. Dann soll das neue Leben im Blick behalten werden.
Gott will uns in eine persönliche Bindung an Christus führen. ER bringt Heil, ewiges Leben und Frieden mit Gott.
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