K o n f i r m a t i o n 23.04.2006
Dörfer: Süderhastdedt, Eggstedt, Großenrade, Krumstedt
P r e d i g t : Pastor Alfred Sinn ( mit Power Point Präsentation )
Liebe Gemeinde,
◘ 1 ( Titel-Bild wird eingeblendet )
hier sitzen sie nun – 24 junge Menschen – und warten auf den Höhepunkt ihrer Konfirmandenzeit: das ist die Einsegnung vor dem Altar Gottes. Ein Jahr Unterricht hat sie geformt. Die eine hat sich mehr formen lassen, der andere hat sich dagegen gestemmt. Aber an keinem ist die Zeit spurlos vorübergegangen.
◘ 2 ( Gruppenbild )
Die Gruppe, wie auch jeder Einzelne, gibt heute ein gutes Bild ab. Mit Bildern soll dieser Tag auch festgehalten werden.
Über das Stichwort „Bild“ wollen wir heute nachdenken. Eingeblendete Bilder sollen zum besseren Verständnis beitragen.
◘ 3 ( Zwei fehlen )
Die meisten Bilder wurden auf der Freizeit gemacht.
◘ 4 ( Gruppenbild )
Liebe Gemeinde, wir möchten im Leben ein gutes Bild abgeben. Wir haben uns als Individuen und als Gemeinschaftswesen zu bewähren. Von Anfang an sind wir beides.
◘ 5 ( Neues Leben )
Als wir geboren wurden, hatten unsere Eltern ihre Freude an uns. Unser Anblick hat die Freude auch dann nicht getrübt, wenn wir geweint haben. Der Mensch ist von Anfang an Bild, doch ein Bild, das nicht fertig ist. Das Bild verändert sich, es wird geformt, geprägt. Im Laufe des Lebens bekommt es auch schon mal einen Kratzer, manches daran muß retouchiert werden, im Kern aber bleibt es immer das gleiche Bild.
◘ 6 ( Bildung )
Das Formen des Bildes nennen wir Bildung. Die aber beginnt nicht erst in der Schule. Erziehung hat mit Bildung zu tun und Bildung hat mit Erziehung zu tun. Beide sind nicht voneinander zu trennen. Auch der Konfirmandenunterricht zielt auf Bildung und Erziehung ab. Dabei hat dies nicht allein mit Wissensvermittlung zu tun, sondern die Konfirmanden sollen in ihrer Lebenseinstellung geprägt werden. Sie sollen erfahren und wissen, daß in ihnen ein Bild angelegt ist, das noch zur Vollendung kommen soll.
Hinter dem Bild steht eine Wirklichkeit, die tiefer geht, als das Bild äußerlich erkennen läßt. Wenn in der orthodoxen Kirche Bilder verehrt werden, dann geht es jenen Christen nicht darum, vor einem gemalten Bild niederzuknien, sondern sie sehen die Wirklichkeit hinter dem Bild. Wenn Gott ein Bilderverbot ausgesprochen hat, dann deshalb, weil die Menschen, wenn sie sich ein Götterbild machten, einer geistigen Macht huldigten.
◘ 7 ( Am Anfang schuf Gott )
Wir halten es mit der Bibel, die da sagt, daß Gott Himmel und Erde geschaffen hat. Ohne seine Schöpfertätigkeit würde nichts existieren. Ohne seine erhaltende Macht würde auch nichts bestehen bleiben.
◘ 8 ( Licht )
Als erstes hat Gott das ordnende Licht gemacht. Das Chaos (tohuwabohu) mußte weichen. Das Licht spielt nicht nur in der Natur und in unserem Leben eine wichtige Rolle, sondern hat auch eine Bedeutung im Hinblick auf die Ewigkeit. Die Schrift bezeugt: „Gott, der allein Unsterblichkeit hat, wohnt in einem Licht.“ (1.Tim.6,16)
◘ 9 ( Weltall )
Zu Beginn haben wir mit Psalm 8 verwundert gesprochen: „Wenn ich sehe die Himmel, deiner Finger Werk, den Mond und die Sterne, die du bereitet hast.“ In Anbetracht dieser unendlichen Weiten, kommt die Frage zu Recht auf: „Was ist der Mensch?“
Dies ist auch eine existenzielle Frage. Jeder Mensch stellt irgendwann die Frage: Wer bin ich? Wem und was bin ich wert? Was liegt Gott an mir? „Was ist der Mensch, daß du seiner gedenkst?“ Wir selber erleben uns bisweilen zwiespältig. Der Dichter hat das in die schöne Formulierung gefaßt: himmelhochjauchzend, zu Tode betrübt.
◘ 10 ( Gott erschafft Adam )
Lassen wir uns die Antwort von der Bibel geben. Mit Psalm 8: „Du hast ihn wenig niedriger gemacht als Gott.“ Vorhin wurde gesagt, die Konfirmanden sollten im Unterricht lernen, daß in ihnen ein Bild angelegt ist, das noch zur Vollendung kommen soll. Gemeint ist, daß der Mensch ein Ebenbild Gottes ist. Gott hat den Menschen gewürdigt sein Abbild zu sein.
◘ 11 ( zu seinem Bilde )
Eines der ersten Merksprüche, die die Konfirmanden auswendig lernen mußten, war der Hinweis auf diese Tatsache. In der Schöpfungsgeschichte heißt es: „Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn und schuf sie als Mann und Frau.“
◘ 12 ( Ungehorsam )
Doch der Mensch hat sich mit diesem Adel nicht begnügen wollen. Er wollte sein wie Gott.
◘ 13 ( Vertreibung )
Das wurde ihm zum Verhängnis und er wurde des Paradieses verwiesen. Ist er damit seiner Gottebenbildlichkeit verlustig gegangen?
◘ 14 ( Zerbrochenes Bild )
Auf jeden Fall ist dieses Bild seither getrübt. Das äußert sich in den Brüchen des Lebens, in der schiefen Bahn, auf die mancher kommt, in Krieg, Hass, Neid usw.
◘ 15 ( Wer ist Ebenbild ? )
Wie verhält es sich nun? Gibt es das wahre Ebenbild Gottes nicht mehr? Wie sehen wir uns? Wie sehen wir einander? Welches Bild haben wir vom Menschen? In Psalm 8 steht auch geschrieben: „Aus dem Munde der jungen Kinder und Säuglinge hast du eine Macht zubereitet.“ Kinder sind in ihren Aussagen sehr viel natürlicher.
◘ 16 - 24 ( Aufnahmen von Konfirmanden )
Ein Schüler der vierten Klasse hat in einem Aufsatz das Menschengeschlecht folgendermaßen beschrieben. Lassen wir diese humorvolle Zusammenfassung in unser Ohr dringen:
Der Mensch wird schon im ersten Lebensjahr geboren und kommt dann auf die Welt. Der Mensch zerfällt in drei Teile: Der Kopf geht vom Hut bis zum Hals, dann kommt das Oberteil, das geht bis zum Nabel. Der Nabel ist das kleinste Loch im Bauch, wo man den Dreck immer so schlecht herausbekommt.
Dann kommt das Unterteil. Das geht vom Nabel bis auf die Erde; das Unterteil ist in zwei Teile gespalten. Die Beine, damit der Mensch gehen kann. Die Beine gehen vom unteren Rücken bis auf die Absätze. An den Beinen sind die Füße
befestigt und an jedem Fuß fünf Zehen. Also zehn, wenn man beide Füße aneinanderzählt. An den Armen heißen die Zehen Finger.
Inwendig ist der Mensch hohl, damit die Luft hinein kann und Essen und Trinken. Der Mensch ist über die ganze Welt zersplittert, auch über Amerika. Die Menschen, die etwas verbrochen haben, sitzen im Gefängnis, die anderen laufen frei herum. Es gibt gute und schlechte Menschen. Viele schlechte Menschen nennt man darum »Menschengeschlecht«. Der Mensch hat viele Köpfe. Wasserköpfe, Dummköpfe, Bubiköpfe und Schafsköpfe.
Der Mensch hat vier Backen, davon halten sich zwei im Gesicht auf. Alles, was der Mensch zweimal hat, ist an der Seite befestigt, und was er einmal hat in der Mitte. Der Mensch hat viele Eigenschaften. Wenn man ihn ärgert, ist er grimmig, wenn man ihn kitzelt, muß er lachen und wenn er krank ist, muß er im Bett liegen.
Die Hauptsache am Menschen ist der Kopf. Ohne den kann er nichts machen, deshalb ist er auch so nötig. Ein Teil am Kopf ist das Gesicht. Mittendrin sitzt der Zinken, das heißt auf Hochdeutsch »Nase«. Der Mensch stammt von Adam und Eva ab.
Der Mensch kann alles: Er kann Häuser bauen, Klavier spielen, Holz klein machen, Mäuse fangen, Zeppeline bauen und noch mehr. Er kann sogar die Feuerwehr rufen, auch wenn es nicht brennt. Dann sucht ihn die Polizei, kann ihn aber nicht finden.
Der Mensch kann noch vieles mehr. Müllers Robert, der neben mir in der Schule sitzt, kann auch mit den Ohren wackeln.
Es gibt viele Sorten von Menschen, nein zwei Sorten von Menschen, nämlich männliche und gewöhnliche.
Die besseren fahren Auto, die gewöhnlichen gehen zu Fuß. Der Mensch, wenn er groß wird, nimmt er sich eine Frau, die er liebt. Er muß dann mit ihr irgendwohin gehen, das nennt man Standesamt. Dort bekommt er einen Schein, damit er glücklich werden kann.
Mehr weiß ich nicht.
Ihr, die Konfirmanden, würdet das natürlich anders schreiben. Was macht den Menschen zum Menschen? Außer der Definition, die wir uns geben, brauchen wir eine Beurteilung von außerhalb unseres Seins, unserer Welt. In der Heiligen Schrift wird der Mensch als Ebenbild Gottes definiert. So wird er von Gott beurteilt.
Welches sind nun die Eigenschaften, die uns als Abbild Gottes kennzeichnen? Jeder von uns trägt gleichsam Gottes Erbgut in sich. Gottes Erbgut besitzt du nur, weil du nach seinem Ebenbild geschaffen bist. Das aber verpflichtet dich, nach dem Erbe zu trachten, das dir angedacht ist. Die Gottebenbildlichkeit des Menschen läßt sich eigentlich nur durch den Glauben wahrnehmen und wahrmachen. Wenn du Ebenbild Gottes bist, dann solltest du auch die Beziehung zum Urbild pflegen.
Der Konfirmandenunterricht wollte dir dabei behilflich sein. Mit der Konfirmation ist der Weg nicht abgeschlossen, sondern jetzt sollst du in eigener Verantwortung ihn beschreiten. Das tust du, indem du täglich betest und indem du hier, in diesem Gebäude, die Gemeinschaft mit dem suchst, der dich zu seinem Bilde geschaffen hat. Lebe so, daß die Welt erkennen kann, wem du wie aus dem Gesicht geschnitten bist!
◘ 25 ( Geburt Christi )
Weswegen es wichtig ist, diese Beziehung zu wahren, zeigen die nächsten Bilder. Während an uns das reine Ebenbild getrübt ist, gibt es einen, der das wahre Ebenbild Gottes verkörpert. Das ist Jesus Christus, der Sohn Gottes. Das Neue Testament schildert den Weg Jesu aus dem Himmel auf die Erde und wieder zurück.
◘ 26 - 31 ( Passion, Ostern, Himmelfahrt )
Auf Erden hat Jesus das Werk der Erlösung vollbracht. Er hat die Möglichkeit geschaffen, daß wir zu ungetrübte Ebenbilder Gottes werden. Christus ist das wahre Ebenbild Gottes (Hebräer 1,3; 2.Korinther 4,4). Der Mensch wird (wieder) Bild Gottes, wenn er Christus nachfolgt, d.h. ihm ähnlich wird (2. Korinther 3,18).
Der Apostel Paulus schreibt den Römern : „Denn die er ausersehen hat, die hat er auch vorherbestimmt, daß sie gleich sein sollten dem Bild seines Sohnes, damit dieser der Erstgeborene sei unter vielen Brüdern. Die er aber vorherbestimmt hat, die hat er auch berufen; die er aber berufen hat, die hat er auch gerecht gemacht; die er aber gerecht gemacht hat, die hat er auch verherrlicht.“ (Römer 8,29-30)
◘ 32 ( Fingerabdruck )
Liebe Konfirmanden, ihr seid für den Himmel bestimmt. Ihr seid ausersehen, Jesus gleich zu werden. Ihr seid berufen als Christen diese Welt zu gestalten. Macht von dem Gebrauch, was ihr gelernt habt. Geht nicht auf Distanz, sonst wird das Bild wieder trüb. Laßt die Welt erkennen von welcher Hoffnung ihr beseelt seid.
◘ 33 ( Geeignet ? )
Freilich werden auch Zeiten des Zweifels kommen. Dann werdet ihr euch fragen: nimmt mich denn Gott so an, mit all dem Mist, den ich gemacht habe? Der Glaube ist nicht immer leicht. Es wird uns schon was abverlangt. Zum Nulltarif gibt es ihn nicht. Doch habt Vertrauen! Werft das Bild, das in euch angelegt ist, nicht weg!
◘ 34 ( made by god )
Ihr seid eine Schöpfung Gottes, ein Werk Gottes, made by god. Und darum eine Sehenswürdigkeit (Bild aus dem Konfirmandenordner).
Wenn ihr bei dem bleibt, worauf und auf wen ihr heute konfirmiert werdet, dann gebt ihr nicht nur heute ein gutes Bild ab, sondern auch in Zukunft.
Wenn wir im Himmel angekommen sind, werden wir klar erkennen, wie Gott es mit uns gemeint hat. Bis dahin müssen wir mit den Brüchen leben, doch wir tun das in der Hoffnung und mit der Aussicht und Gewißheit auf Vollendung, wie auch der Apostel Paulus schreibt: „Wir sehen jetzt durch einen Spiegel ein dunkles Bild; dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich stückweise; dann aber werde ich erkennen, wie ich erkannt bin.“ (1.Kor.13,12)
Amen.
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