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3. Advent     17.12.2006      Süderhastedt

Singegottesdienst mit dem Gemischten Chor

Orgelvorspiel    Susan Lemke

 

Begrüßung

 

L i e d :  1, 1 – 3   Macht hoch die Tür

 

  ¯  C h o r :   Hört den Ruf

 

 

G e b e t :  Psalm 85, 2 – 8      Gem.: Ehre sei dem Vater …

 

  ¯  C h o r :   Friede und Liebe

 

Lesung:   1.Korinther 4, 1 - 5

 

L i e d :  10, 1 - 4    Mit Ernst o Menschenkinder

 

G e d i c h t : Advent heißt …      Christa Lemke

 

 

  ¯  C h o r :   Es blüht eine Rose zur Weihnachtszeit

 

Zum Nachdenken :  Wann fängt Weihnachten an ?     Christa Lemke

 

  ¯  C h o r :   …denn es ist Weihnachtszeit

 

L i e d :  15, 1 - 6   Tröstet, tröstet

 

Predigt :  Jesaja 40, 1 – 8        Pastor  Alfred Sinn

 

L i e d :  12, 1 – 4  Gott sei Dank durch alle Welt

 

   ¯  C h o r :  Weihnachtsmotette

 

M i t t e i l u n g e n

 

 

  ¯  C h o r :   Süßer die Glocken

 

G e b e t

 

 ¯  C h o r :   O du fröhliche

 

L i e d :  16, 1 - 5   Die Nacht ist vorgedrungen

 

Vaterunser       S e g e n

 

  ¯  C h o r :   Stille Nacht

 

Orgelnachspiel

 

 

 

 

Advent heißt

 

Advent, Advent heißt stille sein

Und schauen nach dem hellen Schein,

der von der Krippe auf uns fällt,

erleuchtend diese dunkle Welt.

 

Advent, Advent heißt stille sein

Und lauschen tief in sich hinein:

Bin ich bereit für Gottes Sohn,

wenn er erscheint vom Himmelsthron?

 

Advent, Advent heißt stille sein

Und lernen von der Kerzen Schein,

Licht, Glanz und Wärme strahlen aus;

Dann wird es hell im ganzen Haus.

 

  

 

Wann fängt Weihnachten an?

 

Wann fängt Weihnachten an?

Wenn der Schwache dem Starken die Schwäche vergibt,
wenn der Starke die Kraft des Schwachen liebt,
wenn der Habewas mit dem Habenichts teilt,
wenn der Laute bei dem Stummen verweilt,
und begreift, was der Stumme ihm sagen will,
wenn das Leise laut wird und das Laute still,
wenn das Bedeutungsvolle bedeutungslos,
das scheinbar Unwichtige wichtig und groß,
wenn mitten im Dunkel ein winziges Licht
Geborgenheit, helles Leben verspricht,
und du zögerst nicht,
sondern du gehst so wie du bist, darauf zu,

dann - ja dann fängt Weihnachten an!

 

 

P r e d i g t :  Singegottesdienst                 Pastor  Alfred Sinn

 

 Jesaja 40, 1 – 8

 

1 Tröstet, tröstet mein Volk! spricht euer Gott.

2 Redet mit Jerusalem freundlich und prediget ihr, daß ihre Knechtschaft ein Ende hat, daß ihre Schuld vergeben ist; denn sie hat doppelte Strafe empfangen von der Hand des HERRN für alle ihre Sünden.

3 Es ruft eine Stimme: In der Wüste bereitet dem HERRN den Weg, macht in der Steppe eine ebene Bahn unserm Gott!

4 Alle Täler sollen erhöht werden, und alle Berge und Hügel sollen erniedrigt werden, und was uneben ist, soll gerade, und was hügelig ist, soll eben werden;

5 denn die Herrlichkeit des HERRN soll offenbart werden, und alles Fleisch miteinander wird es sehen; denn des HERRN Mund hat's geredet.

6 Es spricht eine Stimme: Predige!, und ich sprach: Was soll ich predigen? Alles Fleisch ist Gras, und alle seine Güte ist wie eine Blume auf dem Felde.

7 Das Gras verdorrt, die Blume verwelkt; denn des HERRN Odem bläst darein. Ja, Gras ist das Volk!

8 Das Gras verdorrt, die Blume verwelkt, aber das Wort unseres Gottes bleibt ewiglich.

 

 

Liebe Gemeinde,

 

„Das Wort unseres Gottes bleibt ewiglich“ – so endet der heutige Predigtabschnitt. Auf lateinisch lautet das so: verbum domini manet in aeternum.  In vielen Kirchen ist dieser Satz  an der Kanzel oder am Altar festgeschrieben. Zum einen ist das eine Erinnerung an die Gemeinde, daß sie sich im Gottesdienst unter das ewige und bleibende Wort Gottes stellt, zum anderen sollen wir, Prediger, nicht vergessen, daß wir das Wort Gottes zu verkündigen haben, daß wir für etwas stehen und einstehen, das größer ist als wir selbst. Alles Fleisch ist Gras und vergeht, das Wort Gottes aber bleibt. Alles Fleisch aber soll auch erkennen die Herrlichkeit Gottes. Das soll mit unseren Treffen in diesem Gebäude geschehen. Sie verweisen auf die Größe und Herrlichkeit des Herrn und erst in zweiter Reihe wollen sie dem Menschen dienen. Deshalb auch nennen wir sie Gottes-Dienst und nicht Menschen-Dienst.

Es ist das bleibende Wort Gottes, das dem Fleisch Bestand gibt über das Verwelken hinaus. Das lernen wir  aus dem Zusammenhang der ganzen Heiligen Schrift.  Mit Jesaja predigen auch wir: Alles Fleisch ist Gras; das Gras verdorrt, die Blume verwelkt. Wie gut, daß die Botschaft weiter geht: Aber das Wort unseres Gottes bleibt ewiglich.

 

Jesus hat die Worte des Propheten bestätigt. In seinen Reden über die Endzeit betont  er: „Himmel und Erde werden vergehen, meine Worte aber werden nicht vergehen“ (Mk 13,31). Damit belegt er, daß er Gott ist, göttlicher Natur. Derselbe göttliche Jesus hat gesagt: „Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben“ (Joh 5,24).  Hier haben wir es wieder: das Wort Gottes gibt Bleibe, eine Bleibe, die wir aus uns heraus nicht haben.

 

Israel mußte erfahren, wohin es führt, wenn es sich von seinem Gott und seinem Wort lossagt. Gott hat die Propheten geschickt, König und Volk zu mahnen. Gott beklagt

 

 

durch den Mund des Propheten: „Ein Ochse kennt seinen Herrn und ein Esel die Krippe seines Herrn; aber Israel kennt’s nicht und mein Volk versteht’s nicht“ (1,3).  Durch den Propheten Amos läßt er sagen: „Suchet mich, so werdet ihr leben.“ (5,4)   Doch es folgte keine Umkehr.  Als Strafe ließ Gott die Assyrer einfallen, die erste große Katastrophe brach über das Volk herein. Die Verweigerung der Umkehr führte zum Verlust der Mitte: der Tempel eine Ruine, das davidische Königtum ausgelöscht, ein Teil der Bevölkerung in die Gefangen-schaft geführt. Israel hat gelernt, das Geschick des Exils als selbstverschuldete Krise zu verstehen. Einsicht ist der erste Schritt zur Besserung, sagt ein Sprichwort.

 

Als Jesaja zum Propheten berufen wurde, hatte er den Auftrag erhalten, Gerichtsworte zu reden (Jes.6). Darüber erschrak er und frage: Herr, wie lange?  Doch nun steht eine andere Botschaft an. Der Prophet bekommt den Auftrag, Trost auszusprechen: „Tröstet, tröstet mein Volk! Redet mit Jerusalem freundlich und prediget ihr, daß ihre Knechtschaft ein Ende hat, daß ihre Schuld vergeben ist.“   Die Trostbotschaft ist nicht  im Volk begründet, sondern in der Bundestreue Gottes.  Israel mußte die Erfahrung machen, daß selbst ein Volk verwelken kann. Doch nun macht es die Erfahrung, daß das Wort Gottes bleibt. Gott denkt an seine Treue, die er zugesagt hat. Er steht zu seinem Volk, er hält es aus.

 

Darin liegt auch sonst die Trosterfahrung begründet, nämlich ich mache die Erfahrung, daß jemand zu mir kommt, daß jemand bei mir ist, daß mich jemand hält und mich aushält. Trost kann nicht anders, als von außen auf mich zukommen.

 

Gott tröstet durch sein Kommen.  Das betont Jesaja in den nächsten Versen: „Siehe, da ist Gott der Herr! Er kommt gewaltig und sein Arm wird herrschen.“ 

 

Liebe Gemeinde, im Advent rufen wir uns Erinnerung, daß der Herr ein kommender Gott ist. Nicht, daß wir jetzt, in dieser Zeit gott-los wären! Nein, er ist bei uns, er hält uns und hält uns aus. Das ist unser Trost, daß wir den Herrscher Himmels und der Erde auf unserer Seite haben. Doch wir können ihn nicht sehen, aber er wird sichtbar wiederkommen. Wenn das geschieht, wird sich herausstellen, welches Fleisch zum Leben auferweckt wird und welches verwelkt bleibt.

 

Laßt uns zu denen gehören, die auf das ewige und bleibende Wort Gottes setzen!  Es gibt uns Bestand über unsere irdische Zeit hinaus.

Amen.