Vorspiel : Orgel, Violinen (Familie Bundel)
Begrüßung
L i e d : 47, 1 – 5 Freu dich Erd' und Sternenzelt
G e b e t Gem.: Ehre sei dem Vater und ....
L i e d : 42, 1 – 5 Dies ist der Tag
Lesung : Hebräer 1, 1 – 3 Gem.: Gloria (Refr. EG 54)
Musikstück : Orgel, Violinen
L i e d : 32, 1 – 4 Zu Bethlehem geboren
A n s p i e l : Alle Jahre wieder
L i e d : 12, 1 – 4 Gott sei Dank
Predigt : Weihnachtswunsch Pastor Alfred Sinn
ó Gospelkinder : Long time ago; Mary had a baby;
Heaven is in my heart; God rest ye
Mitteilungen
G e b e t Vaterunser S e g e n
L i e d : 24, 13 – 15 Vom Himmel hoch
Nachspiel : Orgel, Violinen
P r e d i g t : Pastor Alfred Sinn
Liebe Gemeinde,
nun klingen die Feiertage aus. Auch das schönste Fest geht mal vorbei. In der Zeit vor Weihnachten warten die Kinder sehnsüchtig und sagen: „Ach, wenn doch endlich Weihnachten wär!“. Dann ist das Fest da, alles ist herrlich. Der Wunsch steigert sich zur Aussage: „Ach, wenn doch immer Weihnachten wär!“. Doch dieser Wunsch kann keine Erfüllung finden, jedenfalls nicht so, wie wir es meinen.
Andrerseits ist eigentlich immer Weihnachten. Seit das Kind in Bethlehem geboren wurde, der Weihnachtsstern über dem Stall erschienen ist, seither ist diese Welt in Weihnachtsstimmung. Seither gilt: Christ, der Retter ist da. Gott hat es für die Welt Weihnachten werden lassen. Die Rettungsaktion ist eingeleitet. Nun liegt es an uns, ob wir ins Rettungsboot einsteigen oder nicht.
Die Alten sehen, wie ganz anders heute geschenkt wird, anders als noch zu ihrer Zeit der Entbehrung oder gar des Hungers. Und sie erinnern sich, wie die Kinder sich damals über Kleinigkeiten freuten. Da kann schon mal der Wunsch nach der „guten alten Zeit“ aufkommen – freilich ohne Hunger und Krieg.
Ich wünsche mir in diesem Jahr
mal Weihnacht’ wie es früher war.
Kein Hetzen zur Bescherung hin,
kein schenken ohne Herz und Sinn.
Ich wünsch’ mir eine stille Nacht,
frostklirrend und mit weißer Pracht.
Ich wünsche mir ein kleines Stück
Von warmer Menschlichkeit zurück.
Ich wünsche mir in diesem Jahr
`ne Weihnacht, wie als Kind sie war.
Es war einmal, schon lang ist`s her,
da war so wenig so viel mehr.
Liebe Kinder, liebe Konfirmanden, eure Zeit ist heute, ihr kennt keine andere und habt entsprechend Wünsche, die diese Zeit verlangt. Habt ihr bekommen, was ihr euch gewünscht habt? Wenn ja, kam vorgestern eine große Zufriedenheit auf. Wird sie auch anhalten? Wenn nein, wird ab morgen manches eingetauscht. Der Handel hat sich schon seit Jahren für die Tage nach Weihnachten auf eine große Umtauschaktion eingestellt. Am letzten Samstag stand ein Bericht in der Zeitung über Weihnachtsgeschenke, die den Beschenkten nicht Freude bereitet haben. Menschen haben Erwartungen und werden bisweilen enttäuscht. Die Wünsche gehen nicht immer so in Erfüllung, wie wir uns das wünschen. 
In unserer Tageszeitung gibt es jeden Tag eine Karikatur über Hägar, den Schrecklichen. Eines davon habe ich mitgebracht.
Auf dem ersten Bild fragt ihn seine Frau: „Hast du alles bekommen, was du dir zu Weihnachten gewünscht hast?“ Hägar antwortet: „Ja.“
Doch wir ahnen schon, daß dies nicht die ganze Wahrheit ist.
Hier nun das zweite Bild. Seine Frau hat es zu gut mit ihm gemeint. Hägar in einem Schlafrock mit Herzen drauf. Er denkt: „und manches, was ich mir nicht gewünscht hab'!“
Mit Geschenken will man Freude machen, doch sie sollen auch nicht vergraulen; den Schenkenden will man auch nicht enttäuschen.
Manch ein Geschenk entpuppt sich erst später als ein Schatz.
Es gibt Zeitungen, die drucken die Weihnachtswünsche ihrer Leser ab. Wie die Leute unterschiedlich sind, so auch die Wünsche. Hier einige Beispiele:
· Ich wünsche mir eine Geldbörse in der immer das darin ist was ich brauche.
· Mehr Zeit mit meinen Freunden verbringen!
· Einen guten Berufseinstieg.
· Ich möchte endlich mal wieder einen Tag ohne Schmerzen erleben, wenigstens einen.
· Zeit.
· Frieden.
· Ruhe.
· Gesundheit.
· Gute Noten.
· Daß ich viel Erfolg habe und zu mir finde.
· Dass der Hund wieder mit dem Schwanz wackelt statt der Schwanz mit dem Hund.
· 300 Euro mehr im Monat.
· Daß das kommende Jahr besser wird als das vergehende... besonders in Gesundheits- und Beziehungssachen!
· Eine eigene kleine Malediveninsel.
· Daß Weihnachten abgeschafft wird.
· Mehr Zeit für das Wichtige im Leben.
· Einen Heiratsantrag.
· Ein Kind.
· Daß keiner mehr hungern muß.
· Weniger Stress im Job.
Der Bundespräsident Köhler hat diese Tage gesagt: „Ich wünsche mir ehrliche Politiker, die den Bürgern etwas zutrauen."
Wünsche haben und Wünsche aussprechen hat etwas Geheimnisvolles. Die Erfüllung ist nicht selbstverständlich. Die Menschheit hat dieses Wissen in Märchen festgehalten. Die Fee gewährt drei Wünsche. Mehr ist nicht drin, und doch ist das sehr viel. Nun kommt die Schwierigkeit der Festlegung. Denn die Begrenzung macht deutlich, daß der Mensch überlegen muß. Er muß und will sich auf Wesentliches konzentrieren. Doch wie es im Leben so ist, der Mensch verliert sich in Albernheiten. Er verpaßt die große Chance.
Die geäußerten Wünsche lassen auf Torheit schließen.
Dabei sollen doch Wünsche und deren Erfüllung das Leben bereichern, dem Leben dienen. Wenn man sich zu Weihnachten was wünscht, kann man abwarten.
Doch eigentlich soll das Wünschen motivieren. Das Begehren nach Wunscherfüllung setzt Kräfte frei. Der Mensch wird angeregt, ein Ziel, oder Ziele zu verfolgen. Dadurch wird er sein Leben gestalten. Um Wunschvorstellungen zum Ziel zu bringen, muß mitunter manches im Leben geändert werden, an die jeweilige Situation angepaßt werden. Das Wünschen setzt den Menschen selbst in Bewegung.
Liebe Gemeinde, selbst Gott hat gleichsam Wünsche. Es sind Wünsche für den Menschen. Wir finden sie belegt etwa in den Geboten.
Der Apostel Paulus erwähnt folgenden Wunsch Gottes: „Gott will, daß allen Menschen geholfen werde und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.“ (1.Tim 2,4) Damit uns geholfen ist, hat er seinen Himmel verlassen und hat Menschengestalt angenommen. Es ist der Wunsch Gottes, daß wir gerettet werden und in den Himmel kommen.
Gott wünscht nicht und bleibt untätig, sondern er handelt. Wir warten Weihnachten ab, er aber schafft Weihnachten.
Liebe Kinder, die Geschenke an Weihnachten haben auf euch gewirkt, sie haben was ausgelöst, sie prägen euch vielleicht. Nicht weniger will uns Gott durch sein Geschenk prägen. Gott macht euch mit Jesus ein Geschenk, das kostbarer ist als Gold, als ein Computer, ein Fahrrad usw. Jesus ist, wie die Lieder es sagen: Heiland, Retter, Frieden, Liebe, Leben. Dieses Kind wird als Mann sein Leben hingeben, und damit den größten Feind besiegen. Paulus schreibt im nächsten Satz: „Es ist ein Gott und ein Mittler zwischen Gott und den Menschen, nämlich der Mensch Christus Jesus, der sich selbst gegeben hat für alle zur Erlösung“. Mögt ihr doch zur Erkenntnis dieser Wahrheit gelangen!
Geber, Gabe und Empfänger sollen in einer Beziehung zueinander stehen. Werft diese Gabe nicht weg! Es ist kein Geschenk, das umgetauscht werden sollte.
Mit der göttlichen Weihnacht bekommst du alles, was das Leben überlebensfähig macht, und manches als Zugabe dazu.
Amen.