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13.Sonntag nach Trinitatis        10.09.2006                      

 

Posaunentag in Dithmarschen

 

    Bläservorspiel   ( Posaunenchor aus Oldenburg i.H. )

 

 

B e g r ü ß u n g

 

 

Lied: 444, 1- 4     Die güldene Sonne             

 

 

P.: Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn

 

Gemeinde: der Himmel und Erde gemacht hat

 

Psalmgebet:  Psalm 8    EG 705  (im Wechsel)  

                                         Gem: Ehr sei dem Vater …

 

 

Kyrieruf (Liturgie)  

 

 

Epistel: Hiob 38, 4 – 11. 16 – 18. 33       Gem.: Halleluja

 

Lied: 333, 1 – 4   Danket dem Herrn     

 

Evangelium: Lukas 8, 22 – 25                          Gem.: Lob sei dir, o Christe!

 

Gemeinde: Glaubensbekenntnis

 

    Bläsermusik

 

Grußwort der Nordelbischen Posaunenmission

 

Lied: 504, 1 – 6  Himmel, Erde, Luft und Meer 

 

Predigt:   Pastor Alfred Sinn

 

 

    Bläserchoral: Himmel, Erde, Luft und Meer                                     

 

 

Lied: 206, 1 – 3  Liebster Jesu, wir sind hier

 

 

T a u f e    Julian Ferris Voss, Hochdonn;

                 Finn Connor Schimmelpfennig, Süderhastedt

 

 

Lied:  503, 1 – 2 + 8 + 13   Geh aus mein Herz

 

 

Abkündigungen      Fürbittengebet      Vaterunser

 

Lied: 171, 1 – 4     Bewahre uns Gott

 

S e g e n            

 

    Bläsernachspiel

 

 

 

Grußwort zum Nordelbischen Posaunentag

 

Die Nordelbische Posaunenmission grüßt Euch herzlich anlässlich des großen Nordelbischen Posaunentages in Heide und Büsum. An die 1.000 Bläserinnen und Bläser treffen sich in diesen Tagen, um gemeinsam oder in kleineren Gruppen zu musizieren.

 

„Himmel, Erde, Luft und Meer zeugen von des Schöpfers Ehr“

 

heißt das Motto dieses Bläsertreffens, und dieses Motto wollen wir hinausposaunen.

 

Die Westküste mit Marsch und Geest ist eine besonders schöne Gegend, um zu sehen und zu erfahren, was der Choral von Joachim Neander zum Ausdruck bringt: Großer Himmel, fruchtbare Erde, frische Luft und weites Meer. Die Freude darüber und den Dank dafür wollen wir nicht für uns behalten, sondern auf verschiedene Weise zum Klingen bringen.

 

Posaunenchöre spielen zur Ehre Gottes, zur Erbauung der Menschen und zur eigenen Freude. Sie tun das ehrenamtlich, als wichtige Dienstgruppen in den Gemeinden, bei sehr unterschiedlichen Gelegenheiten:

 

-         bei Gottesdiensten und kirchlichen Feiern,

-         zu besonderen Anlässen, Festen, Geburtstagen oder Jubiläen,

-         in Konzerten, bei Bläsertreffen oder auf Freizeiten.

 

Der Nordelbische Posaunentag, der alle vier Jahre stattfindet, dient auch der Stärkung in diesem Dienst und gibt neue Impulse. Er ist ein sichtbares und hörbares Zeichen für die Verbundenheit über alle Gemeinde-, Bezirks- und Generationsgrenzen hinweg.

 

„Himmel, Erde, Luft und Meer zeugen von des Schöpfers Ehr“ – nach einer (Bläser)Einleitung singen wir die sechs Strophen aus dem Evangelischen Gesangbuch

Nr. 504 und freuen uns auf einen weiteren guten Verlauf dieses Tages.

 

 

 

 

 

 

„Himmel, Erde, Luft und Meer zeugen von des Schöpfers Ehr“

 

 

P r e d i g t:   Pastor Alfred Sinn

 

Liebe Gemeinde,

 

mit Absicht wurde das Motto für den Dithmarscher Posaunentag ausgesucht: „Himmel, Erde, Luft und Meer“.  Von alledem haben wir etwas in Dithmarschen. Meer und Wind sind charakteristisch für diese Region, sie haben Land und Leute geprägt. Manch Dithmarscher könnte sich nicht vorstellen anderswo zu leben, ihm würden Wind und Wetter fehlen. Die Dithmarscher sind bodenständige Leute, sie sind mit ihrer Erde verbunden. Und wie steht es mit dem ersten Element aus dem Motto, dem Himmel?

 

Das sei vorausgeschickt: der gehört zum Leben auch dazu! Auch für die Dithmarscher! Auch für die Oldenburger.  Es gibt freilich welche, die sagen: Ich brauch keinen Himmel und keinen Herrgott; mir reicht diese Erde und das Leben auf ihr, mehr erwarte ich auch nicht. Doch solche Leute gibt’s auch anderswo. Die Mehrheit sagt: „Freilich wollen wir nicht ohne den Himmel sein, nicht ohne die Kirche, sie gehört zu unserer Existenz und Identität dazu“. Daß im nächsten Satz gesagt wird: „Aber dafür brauch ich nicht in den Gottesdienst gehen“, ist zu kritisieren und hinterfragen.

 

Das Motto des Posaunentages drückt mit anderen Worten aus, was Jesus in der Bergpredigt in diese Worte faßt: „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeden Wort, das durch den Mund Gottes geht.“ Um unser Leben gestalten zu können, sind wir angewiesen auf Erde, Luft und Wasser. Doch Gott hat unser Leben noch in einen anderen Bezug gestellt. Gemeint ist der Himmel. Das macht die Heilige Schrift deutlich, von der ersten Seite bis zur letzten. Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde – mit diesen Worten setzt die Bibel an. Im letzten Buch der Bibel wird die Vollendung in großartigen Bildern gezeichnet. Am Ende steht die Vollendung des Planes Gottes. Johannes schreibt in seiner Offenbarung: „Ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde“.  Gott wohnt mitten unter seinem Volk. Der Tod ist abgeschafft, unvergängliches Leben ist zum Durchbruch gekommen. Wir alle sind eingeladen, diese Worte zu beherzigen und das Ziel nicht aus  den Augen zu verlieren.

Das Motto des Posaunentages erinnert uns an unsere Herkunft und an unsere Zukunft. Am Anfang und am Ende – nicht nur der Welt, sondern auch meines Lebens – steht Gott.  Und auch die Elemente, die im Motto genannt werden, sind ein Hinweis auf Gott.  Es ist eine Schöpfungsaussage, die hier gemacht wird, ein Bekenntnis zu Gott als dem Schöpfer und Erhalter. „Himmel, Erde, Luft und Meer zeugen von des Schöpfers Ehr.“ Mir fällt dazu Psalm 19 ein, der mit den Worten beginnt: „Die Himmel erzählen die Ehre Gottes und die Feste verkündet seiner Hände Werk.“

 

Liebe Gemeinde, die Welt ist nicht nur Natur, sondern sie ist Schöpfung. Das, was wir sachlich Natur nennen, ist Schöpfung Gottes, seiner Hände Werk. Frühere Generationen hatten mit diesem Verständnis weniger Schwierigkeiten als Menschen unserer Tage. Die Menschen damals haben viele Zusammenhänge nicht begriffen, vieles war rätselhaft. In den Naturabläufen sahen sie das Wirken Gottes, das Geheimnisvolle konnte nur auf Gott deuten.  Dann wurden Fortschritte in der Naturwissenschaft gemacht.

 

Die Menschen erkannten Zusammenhänge, physikalische Gesetzmäßigkeiten wurden ermittelt, chemische Prozesse erforscht, so daß die Menschen sich sagten: Aha, so ist das also. Und dann kamen sie zu dem fatalen Trugschluß: das hat ja gar nichts mit einem Gott zu tun! Also wurde der Glaube für überholt erklärt.

 

Dabei sollte es gerade umgekehrt sein:  je mehr Zusammenhänge begriffen werden, desto größer sollte die Ehrfurcht vor dem Schöpfer sein.  Heutige Menschen müssten gerade angesichts der vielen Einzelheiten, die uns bekannt sind, noch viel eher ins Staunen geraten und lernen an den Schöpfer zu glauben. Die Gesetzmäßigkeiten in der Natur sind nicht in der Natur begründet, sondern verweisen auf einen Lenker. Da gibt es jemanden, der alles fein aufeinander abgestimmt hat.

 

Himmel, Erde, Luft und Meer;  das Firmament, die Gestirne, die Schönheit einer Blume, die Beschaffenheit eines Tieres usw., alles schreit: Seht, da ist Gott am Werk.  Psalm 19 drückt das so aus: „Ein Tag sagt’s dem andern und eine Nacht tut’s kund der anderen, ohne Sprache und ohne Worte; unhörbar ist ihre Stimme“.  Man kann den Schöpfer nicht beweisen, weder mathematisch, noch mit der Natur, aber man kann seine ewige Kraft an seinen Werken erkennen. Freilich, wer das nicht will, wird’s abstreiten. Doch deswegen tritt Gott längst nicht von der Bühne ab.

 

Die Evolutionstheorie will uns weis machen, daß alles ohne einen Lenker entstanden ist. Des Menschen Gene seien zu über 90 % identisch mit jenen eines Frosches, einer Maus oder einer Fliege.  Als ob der Mensch nur auf seine Gene zu reduzieren sei!

Auf einem Biologenkongress im 19.Jahrh., der über die Abstammungslehre verhandelte, hat der englische Zeit- und Literaturkritiker Thomas Carlyle (1795 - 1881) zu den Versammelten gerufen: »Meine Herren, Sie stellen den Menschen um ein weniges höher als die Kaulquappe. Ich halte es mit dem alten Psalm: »Du hast ihn wenig niedriger gemacht denn Gott« (Psalm 8).

 

Wenn aber der Mensch zum Ebenbild Gottes geschaffen ist, dann kommt er erst recht nicht um seinen Schöpfer herum. Wenn schon Himmel, Erde, Luft und Meer von des Schöpfers Ehr zeugen, sollte das nicht auch der Mensch tun?!  Freilich sollte er! Davon ist auch die Fortsetzung der Posaunentagslosung überzeugt: „Meine Seele singe du, bring auch jetzt dein Lob herzu.“

 

Als Geschöpf und Ebenbild Gottes bin ich Gott verantwortlich. Wenn ich ihm Ehr und Lob darbringe, dann handle ich recht. Das kann in der Natur geschehen, wie auf der Karikatur abgebildet, aber es sollte auch mit Gebet und Gottesdienst geschehen.

Was für ein Gott, der all die Herrlichkeiten in der Natur geschaffen hat! Was für ein Gott, der mich berufen hat zu seinem Reich. Dort erwarten mich noch größere Herrlichkeiten als diese Natur überhaupt bieten kann.

 

Als Teil der Natur werde ich vergehen, aber als Kind Gottes werde ich auferweckt werden zum unvergänglichen Leben.

Was für ein Gott!

Amen.