G e s p r ä c h s k r e i s 

Der Gesprächskreis findet jeden Monat am 2. und 4. Dienstag statt und zwar von 19.30 - 21 Uhr im Gemeindehaus, Schulstrasse 8.


Das nächste Treffen wird am 5.September sein.


Zur Zeit wird das biblische Buch Hiob durchgenommen.

  


Beim letzten Abend ging es um die Kapitel 38 - 39.

Hiob  38 – 39

 

o   Die Rede Gottes spricht für sich. Daß Gott überhaupt antwortet, ist ein Wunder. Kein Mensch – ob gesund oder krank – hat ein Anrecht auf das Reden Gottes. Aber „Unser Gott kommt und schweigt nicht“ (Ps. 50). Wie gut! Wie beruhigend!

o   Auf der anderen Seite ist das Reden Gottes bedrohlich. Wenn der Heilige redet, erzittert die Erde. Nicht von ungefähr spricht Gott aus dem Gewittersturm zu Hiob.

o   Das Reden Gottes im AT kommt immer wieder „aus dem Wetter“.

o   Das Reden Gottes an Hiob ist nicht eigentlich eine Antwort im Sinne von Aufschluß und Erklärung. Es ist ein einziger Sturzbach an Fragen: Wo warst du? Wer bist du? Weißt du? Kannst du? Willst du?

o   Hiob wird in seine Schranken gewiesen. Wo er doch vorher von Gott Rechenschaft forderte, wird nun er von Gott auf seine Rolle als Geschöpf zurechtgestutzt.

o   Er, Gott, ist keinem Menschen Erklärung und Rechenschaft schuldig.

o   Auf der anderen Seite lässt sich Gott damit auf Hiob ein. Gott erniedrigt sich gleichsam. Hiob wiederum kann sich nun als der „Gerechte“ erweisen.

o   Leidenschaftlich hatte er nach der Gerechtigkeit Gottes gefragt. Gott verweist auf seine Schöpfermacht.

o   Mit seinen Fragen und Vorwürfen hat Hiob sich zum Richter über Gott aufgespielt.  Er hat seine Kompetenz überschritten.

o   Nun kann Hiob auf all die Fragen antworten.

o   Hiob, schau in die Natur! Kannst du die Zusammenhänge begreifen? Du willst über mich urteilen und kannst nicht mal die Werke meiner Hände einordnen.

o   Hiob soll die Größe Gottes in der Schöpfung wahrnehmen und aus seiner Klage zur Anbetung finden.

o   Hiob soll glauben lernen, daß Gottes Weisheit auch in den Unbegreiflichkeiten verborgen ist.

 

o   Gottes Wirkmacht reicht vom tiefsten Ozean bis in die fernsten Himmelsräume.

o   Gott hat einen anderen Horizont als der Mensch, der nur für sein eigenes Fortkommen Sorge trägt.

o   An Beispielen aus der Tierwelt wird die Überlegenheit Gottes deutlich gemacht.

 

o   Hiob fügt sich dann auch nach der Rede Gottes. Er kann nur noch schweigen und staunen.

o   Hiob erkennt, daß er zu gering ist vor der Größe Gottes. Seine Weisheit und Einsicht ist zu begrenzt, um Gottes Wirken beurteilen zu können.

o   Hiob verstummt. Doch hat er damit auch eine innere Umkehr erreicht?

o   Gott gibt sich mit der stummen Unterwerfung nicht zufrieden. Er will Hiob in die Buße führen. Deshalb spricht er ein zweites Mal.

 

 

A u s s p r a c h e

 

- Ganz schön mächtig. Ein Beispiel hätte auch gereicht. Hier aber viele Beweise, die Gott nennt.

- Nun hat Hiob, was er will, nämlich dass Gott mit ihm spricht. Er hat erwartet, dass Gott antwortet, statt dessen stellt er ihm viele Fragen. Scheinbar genügt Hiob das.

- Die Beispiele sind alle aus der Natur. Erschütternd, wie wir gar nichts in der Hand haben. Weißt du, was passiert, wenn du ein- und ausatmest? Du kannst nicht beeinflussen, dass du übermorgen klar denken kannst. Es ist Wahnsinn“

- Der Herr spricht von seiner Allmacht. Wir sind eingebunden in Schöpfungsvorgänge.

- Kap. 38 Mond, Sterne; Kap. 39 die Tierwelt.

- Die Fragen können auch wir nicht beantworten. Man kann sogar neue Fragen formulieren. Damit müßte noch deutlicher werden, wie wenig wir wissen. Von Peter Moosleitner, Wissenschaftsredakteur im PM - Interessantes Magazin:  „Wer das ganze Weltall auf eine Nadelspitze stellen kann, ob man den nicht mit Recht Gott nennt!“.

- In Kap. 9 hatte Hiob selber seinem Freund gesagt: „Ja, ich weiß sehr gut, dass es so ist und dass ein Mensch nicht Recht behalten kann gegen Gott. Hat er Lust, mit ihm zu streiten, so kann er ihm auf tausend nicht "eins" antworten“. Hier nun erlebt er das selber.

 

- 38,19-21: „Welches ist der Weg dahin, wo das Licht wohnt, und welches ist die Stätte der Finsternis, dass du sie zu ihrem Gebiet bringen könntest und kennen die Pfade zu ihrem Hause? Du weißt es ja, denn zu der Zeit wurdest du geboren, und deine Tage sind sehr viel!“

- Ironisch gemeint.

- Und trotzdem fürsorglich. Aus einer Erklärung: Gott spricht von der unbelebten und von der belebten Schöpfung. Im ersten belegt er seine Allmacht, im zweiten seine Weisheit und in beiden seine Fürsorge. Denn alles ist dem Menschen zum Dienst gegeben.  Wir dagegen missachten gar oft die Schöpfung.

- Ich bin gegen die Formulierung, dass wir die Schöpfung missachten. Seit kurzer Zeit ist es gelungen, dass man ein bisschen aufatmen kann. Bis vor etwa 200 Jahren war man von der Natur gequält.

- Ich meine es bezogen auf mich persönlich. Wenn ich durch die Natur gehe und die Vögel höre und ich weiß, dass hier ein System vorhanden ist, dann erfahre ich immer, dass der Herr sich was dabei gedacht hat.

- Das haben die Menschen auch früher dankbar anerkannt. Man denke an Lieder von Paul Gerhardt.

- Der Ausdruck, dass der Mensch von der Natur gequält wurde, kann doch so nicht stimmen.

- Pest, Cholera, Erdbeben ...  Der Mensch leidet unter der Natur. Sie kann einen fertig machen. Der Mensch muß sich gegen die Natur auch wehren.

- Wenn der Mensch nicht weiter weiß, kriegt Gott die Schuld.

- Natur und Kultur. Ist schon im Schöpfungsbericht angezeigt.

- Wir haben uns die Natur auch zu Nutze gemacht.

 

- Was bezweckt Gott mit seinen Fragen? Gott hat doch einen Plan, oder nicht?

- Ich lese gerne Auszüge aus Romanen. Die weisen schon auf den Gesamtzusammenhang hin. So auch hier bei Hiob. Zitat aus einem Auszug: Irgendwas will Gott doch. Irgendwas muß er doch wollen.

- Gott hat gewollt, dass die Menschen selber entscheiden.

- Er hat die ganze Welt in der Hand. Schon bei der Erschaffung waren die Hammerschläge am Kreuz von Golgatha zu hören. Es kann einen aufbringen, wenn Menschen in Leidzusammenhänge hineingezogen werden, für die sie nichts können. Ein 17-Jähriger wird 1944 in den Krieg eingezogen. Er wollte nicht. Seine Eltern mussten ihn hinausstoßen. Er kam nicht wieder. Alle haben darunter gelitten.

- Durch die Sünde kam Leid und Tod in die Welt – über alle.

- Leid hört nie auf.

 

- Können wir aus diesen Kapiteln lernen, dass wir auf Fragen und Ärgernis von Menschen so antworten, wie Gott Hiob? Also Hinweis auf die Natur, Schöpfung?

- Und auf Gottes Souveränität, seine Allmacht.

- Er hat uns zu seinem Ebenbild geschaffen. Gott will uns um sich haben. Doch durch den Sündenfall sind wir weit von ihm getrennt. Wenn wir einsehen, daß Jesus für uns gestorben ist, kommen wir durch Gnade zu ihm.

- Genau darum ist mir die Allmacht Gottes zu wenig. Seine Zuwendung ist wichtig. Ich hätte gerne ein paar Sätze mehr in der Antwort Gottes an Hiob, Sätze der Zuwendung und nicht nur der Hinweis auf seine Allmacht.

- Zitat aus der Erklärung: Wir können diese Verse nicht verstehen ohne Anleihe aus dem NT, wie etwa: Seht die Vögel unter dem Himmel...

- Warum erzählt Gott Hiob nicht so was, wie: Ich habe dich erlöst, ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein. (Jes. 43)

- Ich versteh es so: Gott fordert Hiob heraus. Damit sagt er: Ihr habt keinen Anlaß, mich herauszufordern. Er ist der Schöpfer, wir sind Geschöpfe.

- Wir können nicht anders, als dass wir Gott unseren moralischen Grundsätzen unterordnen.  Gott kann nicht einfach Geschöpfe schaffen, ohne Verantwortung für sie zu haben.

- Er liebt seine Geschöpfe über alles. Auf der anderen Seite muß er gerecht sein.

- Wir haben innerlich das Gefühl, dass Gott sich dem Menschen zuwenden muß. Im Mittelalter haben sich kluge Leute solche Gedanken gemacht: Steht das Gute über Gott oder Gott über das Gute?

- Gott steht über allem.

- Wir gehen doch davon aus, dass Gott sich uns zuwendet.

- In diesen Kapiteln hat man den Eindruck, dass Gott machen kann, was er will.

- Gott will Hiob sagen: Komm du erst mal zum Ursprung, dann reden wir weiter.

- Wenn Gott die Allmacht hat, dann derart, dass ihm nicht alles aus dem Ruder läuft.

- Das Vertrauen ist das Schwierige. Die Menschen sind unterschiedlich belastbar.

- Die wirkliche Herausforderung ist nicht der Blick auf sich selbst. 

39,27: „Fliegt der Adler auf deinen Befehl so hoch und baut sein Nest in der Höhe?“  Nein.

- Das ganze Buch Hiob ist eine Steigerung. Gott prüft Hiob. Hiob nimmt die Prüfung an. Da hat er volles Vertrauen auf Gottes Allmacht. Dann wird es ihm zu lange. Nun will er die Antwort von Gott selber. Gott sagt ihm: Ich habe dich gebastelt.

- Die Freunde haben ihn ja dazu gereizt.

- Die Frage ist doch: Die, die glauben, haben’s schlecht und jene, die nicht glauben, denen geht’s gut.

- Die Ewigkeit ist länger als diese Zeitlichkeit.

- Hiob 19,25: „Ich weiß, dass mein Erlöser lebt“ und 33,24: „so wird er ihm gnädig sein und sagen: Erlöse ihn, dass er nicht hinunterfahre zu den Toten; denn ich habe ein Lösegeld gefunden“.

- Also ausharren.

- Dazu brauche ich auch Trost.

 

- Wir werden in diesen Kapiteln hingewiesen auf die Größe Gottes. Gefühl der schlechthinnigen Abhängigkeit – das wird einem wieder bewusst. Das kann einem nicht oft genug gesagt werden. Zumal es die Tendenz gibt, das zu vergessen.

-  Staunen vor der Größe Gottes.

- Die Menschen heute halten sich für so schlau. Die früheren Generationen seien so rückständig gewesen. Dabei waren sie uns in manchem voraus.

- Zitat: Wir waren noch nie so klug wie heute. Wir waren noch nie so dumm wie heute.  Unserer Zeit ist die Gegenwart wichtig, die Vergangenheit wird als vernachlässigbar gesehen. Früher wurde die Gegenwart auf dem Hintergrund der Vergangenheit gesehen. Respekt vor der Vergangenheit

 

L i e d : 166, 5 - 6  Tut mir auf die schöne Pforte

 

 

V a t e r u n s e r

 

 

Nächstes Treffen am Dienstag, 5. Sept., um 19.30 Uhr  zu Hiob 40 - 42

 

 

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