G e s p r ä c h s k r e i s 

Der Gesprächskreis findet jeden Monat am 2. und 4. Dienstag statt und zwar von 19.30 - 21 Uhr im Gemeindehaus, Schulstrasse 8.


Das nächste Treffen wird am 25.April sein.


Zur Zeit wird das biblische Buch Hiob durchgenommen.

  


Beim letzten Abend ging es um die Kapitel 15 - 17.

  

Tageslosung

 

Tu, was dir vor die Hand kommt; denn Gott ist mit dir

1.Samuel 10,17

 

Das spricht Samuel zu Saul als er diesen mit Öl zum König salbt. Saul ist zum Königtum gekommen, ohne das angestrebt zu haben.

Als Samuel alt geworden war, setzte er seine Söhne als Richter in Israel ein, doch diese hatten nicht das Format des Vaters. Sie suchten ihren Vorteil und nicht die Ehre Gottes. Das Volk schrie nach einem König. Samuel warnte, daß der König Steuern erheben, Abgaben verlangen und die Jünglinge zum Kriegsdienst einziehen wird. Doch das Volk ließ sich von der Idee nicht abbringen. So kam es, daß Saul der erste König Israels wurde.

In dem Moment aber ist er der Gesalbte Gottes (meschiach – Messias). Gott steht zu ihm. Tu, was dir vor die Hand kommt. Also pack deine Aufgabe an. Wichtig für Saul dürfte die Zusage gewesen sein: Gott ist mit dir.

 

L i e d : 65, 1 - 3 + 7   Von  guten Mächten

 

G e b e t 

 

Hiob  15 – 17

 

o   Elifas schließt seine 2.Rede an die erste von Zofar an. Sinngemäß: nichts als leere Worte, du blähst dich auf. Was bildest du dir überhaupt ein?

o   Hast du die Weisheit mit Löffeln gefressen? Warst du der erste Mensch auf Erden, daß du den heimlichen Rat Gottes kenntest?

o   Ähnlich wird Gott gegenüber Hiob argumentieren. Der Unterschied besteht darin, daß Gott Bescheid weiß, denn er war am Anfang der Schöpfung präsent. Er kann aus erster Hand berichten.

o   Elifas meint: du Hiob bist doch nicht klüger als wir.

o   In seiner 1.Rede hatte Elifas noch seelsorgerlich geredet, hier nun ganz anders. Seine Worte sind ein Angriff auf die Frömmigkeit Hiobs.

o   Wieder einmal mehr wird Hiob als Sünder hingestellt. Es muß doch einen Grund geben – nämlich bei dir – , daß du in diese Situation gekommen bist.

o   Solltest du unschuldig sein, müßtest du Gott hassen.

o   Hiob soll sich gegen Gott auflehnen. So wirkt Satan im Hintergrund weiter.

 

o   Elifas schildert breit das Schicksal des Gottlosen. Der muß ständig in Angst leben.

o   Bist du, Hiob, solch ein Gottloser? Der Gottlose hat keinen Frieden. Hast du Frieden?

o   Das Glück der Gottlosen ist ein einziger Betrug.

o   Die Freunde treten als Anwälte Gottes auf.

o   Hiob weiß sich entsprechend nicht nur durch Gott bedroht, sondern auch von den Freunden bedrängt.

o   Verständlich, daß Hiob gereizt reagiert und seinerseits Elifas vorwirft, leere Worte zu dreschen. Ihr seid mir leidige Tröster.

o   Die Reden der Freunde empfindet er als Spott (16,20).  Von wegen, wer da hohle Worte drischt!

 

o   Die Freunde haben gut reden, sie erleiden das alles ja nicht.

o   Gott ist ihm zum Raubtier geworden.

o   Hiob ruft Gott gegen Gott an (16,19; 17,3). Ist das nicht Ausdruck von Glaube? So gesteht er Gott die Freiheit zu, Leid über den zu bringen, der sich zu ihm bekennt.

Zugleich ist das Hoffnungsausdruck dafür, daß Gott die Lage zum Guten wenden kann.

o   Hiob ruft Gott als Schiedsmann auf. Gott ist Kläger, Zeuge und Richter zugleich. Er soll auch Verteidiger sein.

o   Hiob hält an seiner Unschuld fest.

o   In der Tiefe seiner Qual wird Hiob zum Vorläufer und Zeuge Christi. Gleichwohl kann er nicht wie dieser rufen: Mein Gott, warum hast du mich verlassen.

o   Dennoch beklagt er, daß Gott seine Pläne zunichte gemacht hat. Habe ich noch Hoffnung? Wohl kaum.

o   Gott greift nicht ein, denn es soll sich ja zeigen, daß es menschliche Frömmigkeit gibt, die nicht als verkappter Eigennutz daherkommt.

 

 

A u s s p r a c h e

 

- Sondern?

- um Gottes willen. Also Glaube nicht, weil ich dieses und jenes erhoffe, sondern weil ich Gott die Ehre gebe.

Das ist zu verstehen auf dem Hintergrund der „Wette“ im Himmel zwischen Gott und Satan.

- Ist die Frömmigkeit nicht doch auch um seiner selbst willen?

- Freilich erhofft sich der Glaubende etwas davon. Dennoch inwiefern abstrahierst du von deinen Vorteilen und glaubst, glaubst weil Gott Gott ist.

- Glaube um Gottes willen ohne Erwartungshaltung.  - Und das wiederum macht frei.

- Ich muß bekennen, wenn ich für den christlichen Glauben werbe, dann tu ich das vielmals so, indem ich an den Himmel erinner: Willst du nicht dahin kommen? Wenn ich nur mit Gott und Jesus komme – bei Menschen, die keinen Zugang dazu haben – ist es noch mal schwieriger.

- Der Pastor ist in einer speziellen Situation. Wenn ich werbe, dann geschieht das über mein Handeln. Dann hoffe ich, dass davon was hängen bleibt. Wenn ich etwa sage: Am Sonntag kann ich dies und jenes nicht mitmachen, weil ich in die Kirche gehe, dann bezeuge ich damit auch den Glauben.

Hiob kämpft gegen die Freunde an, die alles besser wissen wollen.

- Die es aber gut meinen mit ihm. Nur Hiob sieht es nicht.

- Ich habe beim Lesen gedacht: Können die nicht aufhören zu streiten?

- Wenn man selber jemanden so reden hört, denkt man auch: Hat der die Weisheit mit Löffeln gefressen?

- Hiob sagt mal: du weißt nicht, wie ich leiden muß. Jeder sieht sein eigenes Leid für schlimm an.

- Hiob möchte den Grund seines Leidens kennen.

- Die Freunde können nicht als Seelsorger auftreten. Sie können nicht mitempfinden. Sie suchen die Schuld in der Sache. Das muß schlimm sein, wenn man leidet und der andere suchen auch noch die Schuld.

- Im Sinne von: Siehste? Eine Art Beschwörung.

 

- Es zeigt sich, wie schwer es auch für Freunde ist, zu helfen.

Ab 16,11 klagt Hiob Gott an.

- Weiter unten erwartet er Hilfe von Gott.

- Mal gegen Gott, mal Hinwendung zu Gott.

 

- Wen meint Hiob in 16,11 mit „Gottlosen“? Seine Freunde?

- Man muß sich vorstellen, dass viele andere von Hiobs Schicksal erfahren haben. Daß sehr viel mehr Menschen über ihn gespottet haben. Siehe auch seine Frau. Nicht genug, dass Gott ihm zusetzt, sondern auch das Umfeld.

Das ist bis heute das Muster des Leids. Man fragt nach dem Warum (also an die Adresse Gottes) und zugleich fühlt man sich von anderen Menschen verlassen, unverstanden.

Siehe auch 17,6: „Er hat mich zum Sprichwort unter den Leuten gemacht, und ich muß mir ins Angesicht speien lassen“. Das ist beinahe wie bei Jesus.

- Mal sieht er in Gott seinen Feind, mal ruft er ihn um Hilfe an.

- 17,8: Wer sind die Gerechten?

- Ich würde hierin die Gläubigen sehen. Oder ironisch auf die Freunde gemeint. Sie betrachten sich als gerecht und unschuldig.

- Er fordert seine Freunde heraus. Trotz bitterer Enttäuschung sucht er den Austausch mit seinen Freunden.

- Die er aber als leidige Tröster bezeichnet. Das ist ein hartes Wort auch für uns, wenn wir mal in die Situation kommen, trösten zu wollen.

- Zeigt auch Hilflosigkeit an.

- Man will nicht leere Worte dreschen und kommt doch leicht in die Gefahr.

- Manchmal ist es gut, zu schweigen.

- Dann nicht Worte machen, sondern etwa in den Arm nehmen.

- Heute bin ich ins Gespräch mit einer Frau gekommen, die ihre schwer kranke Mutter betreut. Sie hatte ihre Mutter in einem großen Rollstuhl dabei. Es hat sich mir gezeigt, wie schwer es ist, Worte zu finden. Sie freute sich, dass die Sonne scheint und sie nicht die Regenabdeckung brauchte.

- Die Gesellschaft tut viel zu wenig für solche Menschen. Wer benachteiligt ist, ist benachteiligt.

- Ich habe neun Kinder, davon sind zur Zeit vier krank.

- Wenn man alt ist, ist möglicherweise das Leid leichter zu tragen, zumal wenn man auf viele schöne Jahre zurückblickt.

- Ich kenne Fälle, die das anders sehen. Im Alter könnte es schwerer sein, gerade weil die Kraft weniger geworden ist. Es gibt nicht mehr so viele Reserven. Eine Frau sagte mal: Ich kann nicht mehr gut laufen. Damit bin ich nicht einverstanden.

- Wenn ich mit meiner Lage hadere, wird es noch schwerer.

 

- Damit sind wir wieder bei Hiob.

- Ich finde die Freunde Hiobs völlig in Ordnung. Sie sollen ihm ja nichts vormachen.

- Es ist nicht einfach, Leute aufzusuchen, denen es schlecht geht. Angst vor solchen Situationen.

- Zum Tod meiner kleinen Kinder hat mir die Aussage geholfen: Wer weiß, was ihnen erspart geblieben ist.

- Habe die Erfahrung gemacht, mit dem Schwager nicht sprechen zu können, als er schwer krank war. Dann ist er gestorben. Habe mir lange Vorwürfe gemacht. Später habe ich mir gesagt: das soll nicht wieder passieren. Allmählich habe ich gelernt, auf Leute zuzugehen. Und plötzlich ging es – mit dem Reden.

 

- Wir haben es nicht in der Hand. Manchmal wird’s uns geschenkt.

Man kann froh sein, wenn man zur rechten Zeit die rechten Leute hat. Das macht gute Freundschaft aus.

- Das ist aber nicht nur auf Freundschaft zu verstehen.

- Meinen Sie, dass Gott so hilft?

- Ganz gewiß. Manch einer, der so geholfen hat, wusste es gar nicht.

- Manchmal ist besser, nichts zu sagen. Es kann das verkehrte Wort sein. Eine Umarmung tut’s auch.

 

- Am Ende fragt Hiob: Worauf soll ich noch hoffen?

- Hinab in den Scheol (Totenreich).

- Das Hinabfahren in den Scheol ist für den alttestamentlichen Menschen das Schlimmste. Wer dorthin kommt, ist von Gott getrennt. Hiob kann noch nicht die neutestamentliche Hoffnung haben. Nicht umsonst bekennen wir im Glaubensbekenntnis von Jesus: Hinabgestiegen in das Reich des Todes; das ist der Scheol. Ach dort hat Christus seine Herrschaft kundgetan. Fortan kann auch der Scheol von Gott nicht trennen. Doch davon hat Hiob noch nichts gewusst. Lediglich streut er hie und da einen Vers ein, der diesen Lichtschimmer durchblicken lässt, wie 16,19: Siehe, auch jetzt noch ist mein Zeuge im Himmel, und mein Fürsprecher ist in der Höhe  und 17, 3: Sei du selbst mein Bürge bei dir – wer sonst soll für mich bürgen?  und später 19,25: Ich weiß, dass mein Erlöser lebt, und als der Letzte wird er über dem Staub sich erheben.

- Kap. 17 endet überhaupt nicht mit Hoffnung.

- Wie gesagt, damit soll ja die Frömmigkeit des Hiob Klärung erfahren. Worauf verlässt er sich? Auf seine Frömmigkeit und Gerechtigkeit, oder auf Gott?

Die Abmachung zwischen Gott und Satan müssen wir immer im Hinterkopf haben.

Wir wissen davon, nicht aber Hiob.

 

 

L i e d : 79, 1 - 4  Wir danken dir, Herr Jesu Christ

 

 

  

V a t e r u n s e r

 

  

Nächstes Treffen am Dienstag, 25. April, um 19.30 Uhr  zu Hiob 18 – 19

(nicht am 11.April, weil da die Karwoche ist)

       

 

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