Orgelvorspiel
Begrüßung - Pastor Alfred Sinn
Landfrau Hanna Sachau
L i e d : 567, 1 - 6 Du öffnest, Herr, die Türen
Psalmgebet : Psalm 36 Gem.: Ehre sei dem Vater ....
Kyrie Liturgie
Lesung : Offenbarung 22, 1 – 5 Carla Harkam Gem.: Lob sei dir o Christe
L i e d : 508, 1 - 2 Wir pflügen und wir streuen
Wasser erhält Leben Hilde Hennings, Herta Jungk
Wasser als Lebensraum; Wasser macht Freude
Elke Beek, Christel Petersen
L i e d : 508, 3 - 4 Wir pflügen und wir streuen
Wasser macht rein Liselotte Schuldt, Annegret Vollert
L i e d : 568, 1 – 6 Wasser vom Himmel
Wasser-Mangel Hanna Sachau, Elke Reimers
Gospelkinder : Go down Moses, Down by the riverside
Wasser-Verschmutzung Carla Harkam
Gospelkinder : Swing low, We shall overcome
Wasser zerstört Hella Groth, Inge Schmidt
L i e d : 608, 1 + 5 - 7 Wenn wir in Wassersnöten sein
Wasser des Lebens Pastor Alfred Sinn
L i e d : 213, 1 + 6 Kommt her, ihr seid geladen
A b e n d m a h l ( Wandelkommunion )
L i e d : 571, 1 – 3 O Jesu, dir sei ewig Dank
Orgelnachspiel
Wasser erhält Leben. Wasser ist die Quelle des Lebens
Hilde Hennings, Herta Jungk
Wir brauchen Wasser um leben zu können. Der Mensch besteht zu 70 Prozent aus Wasser. Wir können wohl eine längere Zeit ohne Nahrung auskommen, aber nur wenige Tage (3) ohne Wasser. Bei heißem Wetter scheidet der Mensch 2,5 Liter Flüssigkeit aus, die durch Getränke und wasserhaltige Nahrung ersetzt werden muss. Wasser lässt das Gemüse, das Obst, das Getreide gedeihen. Wasser gibt uns Reinheit, Kraft und Schönheit.
Jede Pflanze, jedes Tier, jeder Grashalm lebt von diesem kostbaren Nass. Ohne Wasser gäbe es keine Vegetation, es gäbe nur Wüste.
Viele Gebiete auf der Erde sind von Trockenheit bedroht, daher sollten wir pfleglich mit Wasser umgehen.
Gerade dieser Sommer, mit großer Hitze und Trockenheit hat uns gezeigt, wie lebenswichtig Wasser ist. Wie dankbar müssen wir sein, dass wir jeden Morgen den Wasserhahn aufdrehen können und es fließt klares reines Trinkwasser heraus.
In der Schöpfungsgeschichte trennt Gott festes Land von Wasser. Mit der Taufe wird der Mensch in die Gemeinschaft Gottes aufgenommen, dabei wird Wasser zum wichtigen Symbol.
Wasser als Lebensraum Christel Petersen
Hier bei uns in Schleswig-Holstein ist das Meer überall nahe. Jeder kann in kurzer Zeit am Wasser sein. Wir haben das Glück, hier zu leben, wo andere Urlaub machen. Viele Urlauber und Einheimische gehen am Wasser spazieren, schwimmen und sonnen sich am Deich. Bei Ebbe werden Wattwanderungen gemacht. Den Surfern bei ihren Aktionen zuzusehen, macht Spaß.
In den heißen Tagen dieses Sommers waren die Strände und Schwimmbäder voll. Bei Abendhochwasser war bis in die Nacht Betrieb. Alle wollten sich abends noch abkühlen und schwimmen. Immer wieder hörte man den Ausspruch: „War das schön!“
Auch an Teichen, Flüssen, Auen und am Kanal finden die Menschen Erholung. Sie angeln, rudern, segeln oder fahren Rad. Eine Radtour am Kanal ist immer schön. Ein Schwimmbad im Ort oder in der Nähe ist für Groß und Klein auch wunderbar.
In den Fünfziger und Sechziger Jahren wurden auch in kleineren Orten Schwimmbäder gebaut. Die Kinder lernen so früher schwimmen. Später machen viele Leistungsscheine i der DRLG und können so anderen in Not zur Seite stehen. Sie machen oft freiwillig Dienst in Schwimmbädern.
So war es auch in meinem Heimatdorf Wrohm, wo 1956 das kleine Schwimmbad fertiggestellt wurde. In den Sportstunden und bei schönem Wetter war Schwimmen angesagt. Die Lehrer gaben den Nichtschwimmern auch nachmittags Schwimm-unterricht. Das Ziel war: alle Schulabgänger müssen schwimmen können. Die größeren Klassen hatten im Herbst an einigen Tagen schulfrei. Dann wurde das Schwimmbad geschrubbt. Das war für uns alle ein Spaß.
Heute können die Schwimmbäder oft nur noch erhalten werden, wenn viele Menschen freiwillig mithelfen. Außerdem werden Sponsoren gebraucht, um notwendige oder wünschenswerte Anschaffungen und Reparaturen vorzunehmen.
Wenn man den Schwimmbetrieb an heißen Tagen beobachtet, kann man sich mit den Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen freuen.
Für manche Leute hier ist ihr Zuhause nicht nur ihre Wohnstätte, sondern es ist zugleich ihr Arbeitsplatz. Die Berufsgruppen, die auf dem Wasser Dienst tun, an der Küste und aus dem Meer ihren Unterhalt bestreiten, sind der Natur besonders verbunden.
Der Tourismus bietet vielen Menschen eine Lebensgrundlage, ebenso die Kureinrichtungen. Viele Urlauber unterschätzen die Gefahren des Wattenmeers. Durch Leichtsinn kommen sie in Lebensgefahr. Der Einsatz der Seenotrettungskreuzer hilft vielen Menschen aus Seenot. Auch die Angestellten des Nationalparks Wattenmeer klären über Fauna und Flora und die Tide auf.
Alle Berufe auf Schiffen, Bohrinseln und am Außendeich sind dem Element Wasser ausgeliefert. Die Fischer leben am Meer und vom Meer. Sie sind von Ebbe und Flut abhängig. Sie fahren hinaus auf See und bringen uns frischen Fisch und Krabben.
Die Schäfer sind mit ihren Schafen auf den Wiesen am Deich. Die Felder der Gemüse- und Kohlbauern reichen bis an die Nordsee. Viel Vieh weidet in den Kögen.
Die Küste bietet einer Menge von Vogelarten und Kleintieren Nahrung und Lebensraum. Die Wasserflächen hinter dem Deich sind an Spätsommerabenden voll von Vogelschwärmen. Ein wunderbares Schauspiel für den Naturliebhaber.
Wie schön, daß es das alles gibt!
Wasser macht Freude Elke Beeck
Am Pool fröhlich rutschen,
Wasserlolly lutschen,
auf Hawaii Wellen reiten,
in St.Peter Ording am Strand skyten,
im Meldorfer Hafen surfen
und am Strand baden,
denn Wassersport kann niemand schaden.
Im Wasser schwimmen
wie Almsiek und Co.,
vom Zehnmeterbrett springen
wie ein Floh,
Segelwochen in Travemünde und Kiel,
Kanufahren und die Natur genießen,
Sportarten auf dem Wasser gibt es viel.
Hoffen wir, daß unsere Flüsse noch lange sauber fließen.
Sich am Wasser aalen, wie ein Fisch,
abwischen den schmutzigen Tisch,
sich duschen stundenlang und seh’,
an meine Haut lasse ich
nur Wasser und CD.
Kinder planschen im Kinderbecken,
Erwachsene sich in der Wanne recken,
jeden Tag wäscht die Waschmaschine alles rein.
Doch fast keiner fragt sich heute,
muß das denn sein?
Wasser ist für alle Menschen
wirklich eine Wonne,
doch nicht allen auf der Welt
scheint die Sonne.
In Afrika ist Wassernot
und für viele bedeutet das den Tod.
Da sieht man wieder, wie gut es uns geht.
Jeder kann an sich arbeiten,
es ist nie zu spät!
Wodder reinich Liselotte Schuldt, Annegret Vollert
Wi hebb uns Gedanken mog över den Woterverbuk fröher und hüt. Watt is Water doch för en lebenswichtiges Element. Ohne Woter is keen Leben möchli. To veele Soken bruk wi dat in uns däglich Leben.
Wenn ik an fröher dink, dor wor ni jeden Dach dusch. Sünnobens kem de Zinkbodwann ob twe Hockers in de Kök und wi Kinner en non annern dorin. Dat Woter kem ni ut de Leitung, sondern ut den Biketel, un de wor so ganz nebenbei mit hitt.
Den Waschdach hev ick in ni son gode Erinnerung, weil dat schwore Arbeit wer, ergev sick dat, de Wäsche länger antobehol. Dordörch is in Verhältnis to hüt Woter sport worn.
De Burnhüs haln all en Woterbassin int Hus wo dat Regenwoter obfung wor, um de Tiern dormit to versorgen. Dat lütt Hus mit dat Holtkettl hett uck veel Woter sport.
De Reserven vun dat Woter sünd begrenzt und dorum möt wi leern mit dat kostbare Gut sporsom umtogon.
Wie wie bereits heurt häb, is Wodder lebensnotwendig. Wenn ik an Wodder denk, fallt mie dorto de Hutpflege in. Un siet mien Kindheit het sik dor einiges voänert. Wie wairn 5 Kinner. Als ik noch ganz lütt wear, haln wie no keine Bodwann, so dat dat Wodder in ain Emailleschöttel kaim und wie dann mit Seib und Waschlappen wuschen wurn. Doch Sünnobend wair dat anners. Sünnobends wair ain besonnern Dach fö uns, denn dor dörsen wie, miene Schwester un ik, afwechselnd no unsere Fründin ton bon, in aine richtige Bodwann.
Meistens saiten wie denn to tweit in de Wann mit ganz veel Schum. Als wie denn loter ok aine Bodwann haln, wur dat Wodder erst in denn Wodderkedel warm mokt und kaim denn in de Wann, de denn 1/3 full wair.
Wer toerst dran wer hal Glück, denn wie hebt all in dat sölbe Wodder bod. Nur ain Kokput mit hid Wodder wur dor to schütt und denn kaim de nächste dran.
Als mien Öllern denn de Bodstuf but heb und ain Dusch dorin kaim, wairn wie all heilfroh, wair dat ain Unnerscheid. Hüt könnt de Kinner sik so wat schon gorni mair vöstelln, weil dat tägliche Duschen wat ganz Normales wurn ist.
Seht der Wasserquellen Lauf, wie sie steigen ab und auf,
von der Quelle bis zum Meer, rauschen sie des Schöpfers Ehr. (EG Lied 504, 5)
Wasser-Mangel Hanna Sachau, Elke Reimers
Bei Wassermangel denkt man oft zuerst an die Not in den armen Ländern der Welt. Hierzu möchte ich über ein Ereignis berichten, was sich vor 70 Jahren geschehen ist.
Ein französischer Pilot ist 1935 mit seinem Flugzeug in der Sahara abgestürzt. Er kämpfte bis zu seinem Tode ohne Wasser und schrieb folgendes in sein Tagebuch:
„Ich fühle keinen Hunger, nur Durst, dabei habe ich so gut wie gar nichts gegessen. Am ersten Tag einige Trauben, am zweiten und dritten Tag eine halbe Apfelsine und Kuchen. Für mehr Nahrung hatte ich keinen Speichel. Der Durst aber ist allmächtig, die harte Kehle, die Zunge aus Gips, das Rasseln im Schlund, ein ekliger Geschmack im Mund. Einen Augenblick haben wir gerastet, nun geht es weiter.
Die Landschaft verändert sich, die Steine werden seltener und wir gehen auf Sand. Zwei Kilometer vor uns beginnen die Dünen mit einigen Anzeichen von grünen Blattgewächsen. Ich bringe keinen Speichel mehr hervor. Die Sonne hat alles ausgetrocknet.“
So lauteten die letzten Worte im Tagebuch.
Wir haben überall zentrale Wasserversorgung mit mehreren Anschlussstellen im Haus und Stall, und Wasser von sehr guter Sauberkeit. Auch Felder können beregnet werden. Dadurch stehen bei uns immer genug Nahrungsmittel zur Verfügung. Die ältere Generation wird sich wohl noch zurückerinnern an den alten Brunnen im Haus mit einer Handpumpe, wo es schon mal vorkam, daß der Brunnen Wassermangel hatte. In den letzten Jahren kam es bei uns durch Wassermangel auch schon öfter zu Ertragseinbußen. Gerade der Juli in diesem Jahr mit seiner Hitze hat uns gezeigt, wie Pflanzen aussehen, wenn sie an Wassermangel leiden und wo auch ganze Grasflächen braun verbrannt waren. Hier ist uns sehr deutlich geworden, wie wichtig Wasser ist und daß es ohne Wasser kein Leben gibt.
Als Lehre daraus sollten wir schonend und sorgsam mit Trinkwasser umgehen. Die Gewässer sollten wir weiter entwickeln und genau wie das Grundwasser schützen. Dies sollte Aufgabe und Verpflichtung für uns und alle folgenden Generationen sein. Wasserschutz ist eine Lebensaufgabe.
Wasser-Verschmutzung Carla Harkam
Wasser ist der Stoff, aus dem das Leben ist, und doch ist es mehr als nur H2O.
Die Erde ist zu ¾ mit Wasser bedeckt. Das sind 1,65 Trilliarden Kubikmeter Wasser, eine unvorstellbare Zahl. Doch nur 0,03 % davon sind Süßwasser.
Wie wichtig Wasser für uns Menschen ist, merken wir besonders dann, wenn wir müde und unkonzentriert werden oder sogar Kopfschmerzen bekommen. Spätestens dann merken wir, daß wir zu wenig Wasser getrunken haben, denn unser Körper besteht zu 70% aus Wasser, daß Gehirn sogar aus 98% Wasser.
Und doch sind 1,2 Milliarden Menschen täglich ohne sauberes Trinkwasser und alle
15 Sekunden stirbt ein Kind, weil es kein sauberes Trinkwasser hat.
In der Namib-Wüste herrscht nahezu vollkommene Trockenheit Doch Fauna und Flora haben sich perfekt den harten Lebensbedingungen angepasst. Jeder Tropfen Tau ist kostbarstes Naß. Nichts wird vergeudet.
Und wer schon einmal das Jordan-Tal in Israel gesehen hat, weiß, wie man aus einer Wüstenei mit umsichtigem Umgang von Wasser blühende Landschaften entstehen lassen kann.
In dem utopischen Spielfilm Waterworld wird erzählt, dass nach einer von Menschen verursachten nuklearen Katastrophe die Erde nur noch von Salzwasser bedeckt ist. Die wenigen überlebenden Menschen leiden entsetzlichen Durst und trinken teilweise ihren eigenen Urin, um zu überleben. Im Notfall sicherlich möglich, aber wenig appetitlich oder?
Es ist nur ein Film, aber bauen wir Menschen unsere Kernkraftwerke nicht auch an Flüssen, um mit Hilfe des Flusswassers den Reaktor abzukühlen? Das zurückgeleitete, erwärmte Wasser ist ganz bestimmt nicht mehr sauber.
Verfolgen wir unsere großen Flüsse wie Rhein und Elbe von der Quelle bis zur Mündung, so können wir getrost vom Quellwasser noch trinken, was man in der Nähe von Großstädten oder Industriegebieten gewiß nicht mehr empfehlen kann.
Allein 1 Tropfen Altöl vernichtet mehrere tausend Kubikmeter Trinkwasser. Wie oft tragen Unfälle mit Gefahrguttransportern, leichtsinniger Umgang in Feld, Wald und Wiese mit gefährlichen Gütern oder gar die Altölverklappung von Schiffen auf unseren Weltmeeren zur Verunreinigung unserer Gewässer und des Grundwassers bei! Teils aus Unwissenheit, teils aus Leichtsinn oder kriminellen Machenschaften.
Das macht ja alles nichts, das merkt schon keiner. Doch, die Natur merkt es sich und wird sich, auf Dauer gesehen, auch wehren.
Wir Menschen von heute gehen viel zu gedankenlos mit Wasser um. Wir brauchen ja auch nur den Wasserhahn aufzudrehen und schon läuft es. Aber wie lange noch?
Im Schnitt verbraucht eine Person täglich über 120 l Wasser, 40 % Prozent davon laufen durch die WC-Spülung und fast ebensoviel geht für Duschen oder Baden drauf. Nur 2 % des gesamten Trinkwasserbedarfs werden als Lebensmittel genutzt.
Sollten wir nicht alle täglich ein wenig sparsamer und somit verantwortungsvoller mit dem kostbaren Naß umgehen! Damit die nachfolgenden Generationen neben der Bitte um das tägliche Brot nicht auch noch die Bitte um das tägliche Wasser sprechen müssen.
Wasser zerstört Inge Schmidt, Hella Groth
Neben allen lebenswichtigen und positiven Aspekten birgt Wasser auch große Gefahren. Zum Beispiel zerstörte vor einigen Jahren der Tsunami über weite Teile Ostasiens Tausende Menschenleben, Existenzen und Natur. Eine plötzliche Riesenflutwelle überraschte die Menschen, so daß es keinerlei Möglichkeit gab zu fliehen, Küsten zu sichern oder Mitmenschen zu warnen.
Gefährliche Strömungen bringen Badende und Boote in Gefahr. Sintflutartige Regenfälle oder Schneeschmelze lassen Flüsse über die Ufer quellen. Wasser dringt in Häuser ein, die dann lange Zeit unbewohnbar oder gar zerstört sind.
Zum Schutz vor Sturmfluten werden Deiche gebaut. Seit dem Jahr 1000 n.Chr. kämpfen Menschen gegen die Naturgewalten. Im Laufe der Jahrhunderte haben sie manchen Kampf durch Deichbruch verloren. Tausende, sogar Hunderttausende gaben ihr Leben.
Immer besser werden die Deiche. Immer sicherer das Leben hinter dem Deich.
Eine Sturmflut hautnah miterlebt hat Inge Sellenthin-Schmidt. Sie möchte uns nun ihre Erlebnisse schildern:
Mein Vater war früher Deichgänger von der Freiwilligen Feuerwehr Emmelsbüll-Horsbüll. In den Morgennachrichten hörten wir schon die Sturmflutwarnung im Radio.
Meine Geschwister und ich mußten am Nachmittag die Schafe vom Deich ins Innenland treiben. Am Abend, bei auflaufendem Wasser, mußte mein Vater schon los, seinen Deichabschnitt kontrollieren. Meine Großeltern kamen bei Sturmflutwarnungen immer zu uns.
Irgendwann fiel der Strom aus. Zum Glück hatten wir einen Kachelofen im Wohnzimmer, den meine Mutter dann angemacht hat. Irgendwann sagte meine Mutter zu meiner Oma: ein dicker Baum schlägt immer gegen den Deich; die Feuerwehr weiß nicht, ob sie den Deich halten können. Wir Kinder durften dann in der Stube schlafen, weil es dort am wärmsten war.
Früh am Morgen des nächsten Tages kam mein Vater völlig durchnäßt und müde nach Hause und sagte, der Baum sei fast 2 Meter dick, er habe den Deich beinahe unterhöhlt, nun aber konnte er mit einem Bagger über den Deich gezogen werden. Das Loch wurde mit Sandsäcken gestopft. Mein Opa sagte: der Blanke Hans hat uns noch mal verschont.
Heute liegt der Baum als Erinnerungsstück zum Klettern für die Kinder vor dem Feuerwehrgerätehaus.
Wasser des Lebens Pastor Alfred Sinn
Liebe Gemeinde,
von so vielen Aspekten des Wassers haben wir gehört. Ohne Wasser können wir nicht leben. Wir brauchen es zum täglichen Bedarf, gleichsam zur inneren und äußeren Anwendung.
Wasser steht auch für die Segnungen Gottes. Es wird in der Bibel gebraucht, um die überirdische Wirklichkeit zu veranschaulichen. Gott will uns am Leben erhalten, er gibt uns nicht nur irdisches Wasser, sondern er bietet uns das Wasser des Lebens an. Im Johannesevangelium sagt Jesus zu der samaritischen Frau: Das Wasser, das ich gebe, sprudelt und fließt ins ewige Leben (4,14); und in Jerusalem sagt er zu den Menschen: „Wer an mich glaubt, von dessen Leib werden Ströme lebendigen Wassers fließen“ (7,38). Jesus verweist auf eine Wirklichkeit, die unsere Sinne nicht erfassen können und trotzdem unsere Sinne ansprechen. Zur Verdeutlichung wird das Wasser herangezogen.
Im letzten Buch der Bibel, in der Offenbarung des Johannes spricht der auferstandene Herr: »Wen dürstet, der komme; und wer da will, der nehme das Wasser des Lebens umsonst.« (Kap. 22, 17)
Unser gesunder Menschenverstand und unsere Erfahrung sagen uns, daß es grundsätzlich nichts umsonst gibt in dieser Welt. Alles hat seinen Preis! Selbst was wir geschenkt bekommen, hat ein anderer bezahlt. Es ist ein unerbittliches Prinzip, alles muß erworben, erarbeitet, bezahlt werden. Wer nicht bezahlen kann, kann nicht erwerben, wer nicht erwerben kann ist arm, wer arm ist, ist arm dran. Nein, es gibt nichts umsonst.
Nicht einmal das Wasser gibt es umsonst – im Urlaub erst recht nicht. Da zahlen wir sogar viel Geld, um das Wasser zu genießen.
Ich erinnere mich an meine Kindheit. Im Dorf gab es mehrere Brunnen, verteilt auf Straßen, aber auch in den Höfen wurden Brunnen gebohrt. Wir hatten einen Brunnen im Hof und einen im Garten. Der im Garten war mit einer Pumpe ausgestattet, die das Wasser in die Leitung und somit ins Haus beförderte. Der Bau des Brunnens hatte Geld gekostet und der Strom, der die Pumpe antrieb. Das Wasser aber kam umsonst aus der Erde. Die deutsche Bevölkerung war auf Auswanderung nach Deutschland eingestellt. Meine Mutter war nicht sehr dafür, unter anderem sagte sie: selbst für das Wasser muß man dort zahlen.
Freilich, das hat seine Bewandtnis. Zwar gibt uns Gott das Wasser umsonst, aber für die Anlagen und Leitungen, die die Menschen gebaut haben und für deren Instandhaltung muß nun mal gezahlt werden. Nicht zu vergessen die Kläranlagen, die das von uns verschmutze Wasser wieder reinigen.
Jesus spricht vom Wasser des Lebens, und somit vom Leben überhaupt. Für das Leben auf Erden müssen wir freilich einen Preis zahlen. Alles verursacht Kosten. Gott läßt die Saat aufgehen, er gibt den Regen vom Himmel, wofür wir nicht bezahlen müssen, er schenkt uns die Früchte der Felder, damit wir das irdische Leben bestehen. Freilich zahlen wir mit unserer Hände Arbeit dafür. In aller erster Reihe die Bauern die die Produkte erzeugen, die wir täglich brauchen. Doch grundsätzlich ist in der Natur schon abgebildet, daß Gott uns das Leben umsonst gibt. Er hat uns die Erde mit ihren Reichtümern umsonst zur Verfügung gestellt.
Noch viel mehr bietet Gott uns das ewige Leben umsonst an, die Rettung vor dem ewigen Tod und vor der Verdammnis. Freilich wurde dafür ein hohes Kapital eingesetzt, und zwar von Gott selbst. Der Mensch hätte den Preis dafür nicht bezahlen können, aber Gott hat ihn geleistet, und zwar in Jesus Christus. Der hat den Tod erlitten, damit wir nicht von Gott getrennt bleiben. Für uns gilt nach wie vor: umsonst. Wir dürfen aber den gezahlten Preis nicht vergessen. Umsonst, aber nicht billig.
Rein logisch ist es kaum vorstellbar, daß ein Mensch dieses Angebot Gottes, umsonst errettet zu werden, ablehnt. Leider gibt es aber viele solche Menschen, auch in unserer Gemeinde. Wie anders ist es zu erklären, daß so wenige Gott die Ehre geben!
Wie sagt doch Jesus: Wen dürstet, der komme! Davon kann nicht abgerückt werden. Wenn ihr das Wasser des Lebens haben wollt, dann müßt ihr euch schon aufmachen. Hier fließt es, wo das Wort Gottes gepredigt wird, wo die Sakramente gefeiert werden, wo gebetet und gesungen wird. Also, ihr Leute, kommt doch!
Andernfalls bekommt das „umsonst“ die Bedeutung von „vergeblich“. Das wäre doch schade.
Davor bewahre uns Gott!
Amen.