Christnacht 24.12.2006
Vorspiel: Orgel, Violine
Begrüßung
L i e d : 49, 1 - 4 Der Heiland ist geboren
G e b e t
♫ Kirchen c h o r : Lobt Gott ihr Christen alle gleich
Lesung : Lukas 2, 1 - 20
L i e d : 39, 1 – 5 Kommt und laßt uns Christus ehren
♫ Kirchen c h o r : Es kam ein Engel
Lesung : Matthäus 2, 1 – 12
♫ Kirchen c h o r : Uns wird erzählt von Jesus Christ
P r e d i g t : Johannes 7, 28 – 29 Pastor Alfred Sinn
L i e d : 44, 1 - 3 O du fröhliche
Mitteilungen G e b e t S e g e n
♫ Kirchen c h o r : Stille Nacht
L i e d : 46, 1 - 3 Stille Nacht
Nachspiel : Orgel, Violine
P r e d i g t : Johannes 7, 28 – 29 Pastor Alfred Sinn
28 Da rief Jesus, der im Tempel lehrte: Ihr kennt mich und wißt, woher ich bin.
Aber nicht von mir selbst aus bin ich gekommen, sondern es ist ein Wahrhaftiger,
der mich gesandt hat, den ihr nicht kennt.
29 Ich aber kenne ihn; denn ich bin von ihm, und er hat mich gesandt.
Liebe Gemeinde,
auf den ersten Blick ist das ein ganz und gar nicht weihnachtlicher Abschnitt. Keine Jungfrau, kein Kind in der Krippe, keine Hirten, keine Weisen. Und doch steckt viel Weihnachten in diesen Versen. Das soll im folgenden aufgezeigt werden. Das, um was es an Weihnachten geht, wird in diesen zwei Versen festgehalten. Es geht um die Erkenntnis Gottes.
Weihnachten stellt dir die Frage: Kennst du Gott? Manch einer wird sagen: Nö, kenn ich nicht. Die Erkenntnis Gottes ist nicht loszulösen von der Erkenntnis Jesu. Kennst du Jesus? Mancher sagt: Interessiert mich nicht. Nun, eine bissige Reaktion wäre: wen Jesus nicht interessiert, der soll auch nicht Weihnachten feiern. Die meisten Menschen in diesem Land feiern aber Weihnachten ohne Jesus.
Die Gefahr ist groß, das Weihnachtsfest als diffuses Stimmungsfest zu begehen, in der die Familienfeier und die Bescherung heilig sind, aber nicht die Person Jesu.
Die Menschen, zu denen Jesus sprach, waren Juden, die viel auf Tradition hielten. In Jerusalem fand das Laubhüttenfest statt. Es ist das fröhlichste jüdische Fest. Das Volk gedachte der Befreiung aus Ägypten. Zum Zeichen für die Pilgerschaft halten sich die Menschen an diesen Tagen in Hütten aus Blättern auf. Das Wohnen im Land der Verheißung ist ein weiterer Anlaß für das Fest und ebenso der Ausblick auf die Ankunft des Messias. So ist das Freudenfest ein Vorbild von der kommenden Herrlichkeit und somit ein Hinweis auf den Messias. Nun kommt der Messias und tritt mitten unter ihnen auf, aber sie erkennen ihn nicht. Ja noch mehr, sie lehnen ihn entschlossen ab.
Wir wissen, woher du kommst, sagen sie zu Jesus. Du kommst aus Nazareth, was kann schon Gutes aus Nazareth kommen (1,46). Du bist ein Galiläer, aus Galiläa steht kein Prophet auf (7,52). Jesu Antwort ist für jüdische Ohren hart: Ihr kennt meine irdische Herkunft, aber ihr kennt Gott nicht. Ihr feiert eine schöne Tradition, aber ihr habt den Weg Gottes nicht begriffen. Was bringt euch all die schöne Stimmung, wenn ihr das Eigentliche nicht annehmt? Hier gibt es durchaus Parallelen zu der Art, wie manche Weihnachten feiern.
Wer ist Jesus, kennst du ihn? Hast du den Weg Gottes erkannt?
In einer der letzten Unterrichtsstunden sollten die Konfirmanden Fragen beantworten. Die erste Frage war: Wer ist Jesus? Hier die aufgeschriebenen Antworten: Gottes Sohn; nur Mensch; Lamm Gottes; er war zu den Menschen gesandt; er heilte Krankheiten; er ist für meine Sünden gestorben; er ist unser Retter. Die nächste Frage lautete: Was ist die Herkunft Jesu? Antworten: Bethlehem; von Gott. Letzte Frage: Welche Aufgabe hatte Jesus? Antworten: Frieden auf Erden bringen; vom Krieg abhalten; den Menschen helfen; Menschen auf den richtigen Weg führen; das Wort Gottes verbreiten; Gerechtigkeit bringen.
Mit ihren Antworten lagen die Konfirmanden durchaus nicht falsch.
Liebe Gemeinde, mit Weihnachten geht es um nicht weniger als den Messias. Die deutsche Übersetzung lautet „Heiland“ oder „Retter“. Ja, in der Tat, Christ, der Retter ist da. Ohne Christus bist du verloren, ohne Jesus ist der Himmel verschlossen. Hast du begriffen, daß Jesus der Gesandte Gottes ist? Er kann ursprünglich von Gott berichten.
Bei der Begegnung mit Jesus geht es um die Begegnung mit Gott. Jesus kennen und erkennen heißt Gott kennen. Jesus aber ist nicht nur das Kind in der Krippe, sondern auch der Mann am Kreuz und der auferstandene Herr. Das ist der Weg Gottes, das ist der Weg des Heils. Darum, wenn du Weihnachten feierst, kannst du Jesus nicht ausklammern. Und wenn du das Kind gelten läßt, mußt du auch den Gekreuzigten zulassen und erst recht anerkennen, daß Jesus durch die Auferstehung alle Macht im Himmel und auf Erden gegeben ist. Gott wird Mensch in Jesus Christus, um den Weg von der armseligen Krippe zum Kreuz zu gehen. Das ist Gottes Plan. Wer dies nicht erkennen will, kennt Gott nicht.
Jesus ist Gottes Sohn und der Heiland der Welt. Wer Jesus nur rein menschlich sieht, kennt Gott nicht. Ein nur menschlicher Jesus könnte uns nicht erlösen. Wir dürfen nicht nur auf die irdische Herkunft Jesu schauen – sei es Bethlehem, oder Nazareth -, sondern wir sollen seine himmlische Abkunft nicht aus den Augen verlieren. Das können wir sowohl von den Hirten, als auch von den Weisen lernen. In dem Menschenkind haben sie das Gotteskind gesehen.
In dem vorhin gesungenen Lied (57) ist die Botschaft von Weihnachten in Kürze zusammengefaßt: 〮 Gott als Mensch geboren
· in der Armseligkeit der Reichtum Gottes
· der Heiland ward uns zum Bruder
· Er ist die Liebe Gottes
· Jesus ist die Tür zum Vater
Das wird uns an Weihnachten erzählt, und das sollen wir auch weitererzählen. Jesus ist der Gesandte Gottes. Weihnachten sagt, daß Gott auf Sendung gegangen ist. Die weihnachtliche Sendung läuft seit der Geburt in Bethlehem. Seither gab es viele Folgen. Zur Zeit läuft die aktuelle Folge, in der wir mitmachen können. Jeder von uns ist gerufen, seine Rolle einzunehmen. Jesus, der Gesandte Gottes, hat seinerseits seine Jünger ausgesandt. Das hat er in seinen Erdentagen getan und erst recht als Auferstandener. Als er seinen Jüngern erschienen war, hat er sie mit dem heiligen Geist ausgestattet und gesagt: „Wie mich mein Vater gesandt hat, so sende ich euch“ (Joh.20,21). Er hat sie beauftragt, in alle Welt zu gehen und das Evangelium zu predigen. Das haben sie getan – und so ist Weihnachten auch zu uns gekommen.
Wir fassen zusammen: Wir kennen und erkennen Gott, wenn wir Jesus kennen. Ihn gilt es als Heiland anzuerkennen. Auch Luther hat in einer Predigt über Joh. 7 eingeschärft:
„So liegt es ganz und gar daran, daß ich den Christus ergreife, der vom Vater gesandt ist, den Vater auch erkennen lerne und Christi Amt und Wort ergreife. Sonst, wenn dieser aus den Augen weggerissen wird, so ist man ganz dahin. Denn du wirst damit kein Christ werden, daß du weißt, Gott habe Himmel und Erde geschaffen. Das Wissen erlöst dich nicht von deinen Sünden und macht dich auch nicht selig... Wenn du nun das glauben kannst, daß er Gottes Sohn sei und sein Predigtamt Gottes Wort sei, so hast du gut daran getan, und bleibst in diesen Worten und weißt, von Sünde, Tod und Teufel erlöst zu werden, denn du kennst den Christus, der vom Vater gesandt ist und hängst allein an dieser Person. Wenn du dieselbige hörst, so hörst du auch den Vater, von dem der Sohn gesandt ist.“
Amen.
G e b e t
Gott im Himmel, lass das Wunder wahr werden, das im Stall von Bethlehem begonnen hat und bis heute immer wieder unzählige Menschen anrührt, dass wir merken: Wir besitzen viel mehr, als wir brauchen. Du hast uns mit deinem Sohn alles geschenkt, was zu unserem Heil dient. Wir danken dir für den Heiland und beten dich an.
Schenk uns die göttliche Erkenntnis, indem wir deinen Sohn als Retter anerkennen. Bewahre uns davor, anderswo und bei anderen das Heil zu suchen.
Herr Jesus, du hast den Menschen vom Vater berichtet. Niemand weiß besser Bescheid als du. Hilf uns, dass wir deinem Wort glauben und dir vertrauen.
Laß dich finden von allen, die die wahre Weihnacht suchen. Rüttle auf die träge sind, wehre denen, die deinen Namen missbrauchen.
Wir bitten dich für die Kranken und Einsamen an diesen Tagen, für die Obdachlosen und Gefangenen. Laß es auch in ihrem Herzen warm werden.
Wir beten für die, die sich an deinem Geburtstag streiten, hilf du ihnen zum Frieden.
Unser Gott und Heiland, möge das Licht der Weihnacht uns leuchten bis wir dich sehen von Angesicht zu Angesicht.
In der Stille sagen wir dir, was uns bedrückt, was uns erfreut.
V a t e r u n s e r …
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