2. Advent 10.12 2006 Süderhastedt
mit der Grundschule Süderhastedt
Orgelvorspiel
Begrüßung: Pastor Sinn
L i e d : 19, 1 - 3 O komm, o komm
Psalmgebet : Psalm 36, 6 – 10 Gem.: Ehre sei dem Vater
Kyrie-Ruf
Lesung: Lukas 21, 25 – 28 Gem.: Lob sei dir o Christe
Gemeinde: Galubensbekenntnis
L i e d : 18 Seht die gute Zeit ( ♫ Chor und Gemeinde )
Brief aus Papua Neuguinea
♫ K i r c h e n c h o r : Hosianna
L i e d : 8, 1 – 6 Es kommt ein Schiff geladen
Lied (Kinder) : Wir sagen euch an den lieben Advent
Weißt du wieviel Sternlein
A n s p i e l: Der Streit der Adventskerzen ( 3.Klasse )
Lied (Kinder) : Wenn unsre Kerze brennt
Ein Licht geht uns auf
L i e d : 74, 1 – 4 Du Morgenstern, du Licht vom Licht
P r e d i g t : Jesaja 60,1 - 2 Pastor Alfred Sinn
L i e d : 441, 1 - 5 Du höchstes Licht
♫ K i r c h e n c h o r : Tochter Zion
Mitteilungen G e b e t S e g e n
L i e d : 539, 1 - 4 Tragt in die Welt nun ein Licht
Orgelnachspiel
Brief aus Papua – Neuguinea (Es lesen Julia Rosenow, Jan Sellenthin)
Betet für uns !
Liebe Christen in Süderhastedt,
guten Tag wünsche ich euch im Namen unseres Herrn Jesus Christus. Ich möchte eine kurze Zeit von euch haben, um mit euch reden zu können. Wir, die Mitarbeiter und unsere Familien denken an euch und wir beten stets für euch, dass euer Glaube gestärkt werde und unserer auch. Wir denken an den großen Tag, an dem wir gemeinsam im Gebet aneinander denken. Der 2.Advent ist ein großer Tag für uns zusammen, der uns im Gebet vereint und unseren Glauben stärkt.
Wir möchten euch fragen, ob die Christen in Süderhastedt uns durch ihre Gebete zu Gott helfen möchten. Seit Anfang Mai bis in den September fiel der Regen, vom Morgen bis zum Sonnenuntergang, von Sonnenuntergang bis in die Nacht, von der Nacht bis in den Morgen. Eine Gemeinde in der Lamami-Großgemeinde traf ein zusätzliches Unglück: der Erdboden brach und bedeckte Gärten und Süßkartoffeln und Zuckerrohr und Bananen, Erdnüsse und Kaffee und die Häuser. Dieses Unglück kam über das Dorf Umbini. Die Chrsiten, die durch diesen Erdrutsch betroffen sind, zählen zusammen 287. Das gleiche Unglück kam auch über die Uruma-Gemeinde, aber die anderen Gemeinden im Wabi-Kirchenkreis sind „nur“ mit Regen bedeckt.
Ein großer Hunger ist entstanden. Wir fühlen, dass dieser Hunger noch nicht zu Ende sein wird, aber ihr betet bitte für uns, damit der Herr eure Gebete erhört und unser Glaube in diesem Unglück gestärkt wird.
Ich, euer wahrer Bruder in Christus, schreibe euch.
Pastor Steven Keapu Walawe
A n s p i e l : Der Streit der Adventskerzen Alfons Schweigert
|
Erzähler 1: |
Es waren einmal vier rote Adventskerzen. Die saßen auf einem schönen Adventskranz. |
|
Erzähler 2: |
Am ersten Sonntag im Advent sollte die erste Kerze brennen. Aber welche war die erste? |
|
Erzähler 1: |
Da fingen die vier Adventskerzen zu streiten an. |
|
1. Kerze: |
Ich bin die erste Kerze! |
|
2. Kerze: |
Nein, ich bin die erste Kerze! |
|
3. Kerze: |
Was fällt euch ein, ich will als erste brennen! |
|
4.Kerze: |
Was? Warum soll ich nicht als erste brennen? |
|
1. Kerze: |
Nein! Ich bin größer als ihr. Ich darf zuerst leuchten! |
|
2. Kerze: |
Ach was, ich bin röter als ihr. Ich muß zuerst angezündet werden. |
|
3. Kerze: |
Nein, ich will als erste brennen! |
|
2. Kerze: |
Warum eigentlich du? Mit welchem Recht? |
|
3. Kerze: |
Weil ich den schönsten Docht von euch allen habe. Also darf ich auch zuerst brennen. |
|
Erzähler 1: |
Die vierte Kerze schüttelte den Kopf. |
|
4. Kerze: |
Seht mich an. Ich stehe am geradesten auf im Kranz. Ihr drei seit krumm und schief. Deshalb muss i c h die erste sein. |
|
Erzähler 2: |
So stritten die vier hin und her. Sie stritten nicht nur am ersten Adventssonntag, nein auch am zweiten und dritten und sogar auch am vierten. |
|
Erzähler 1: |
Und sie waren sich immer noch nicht einig, welche von ihnen als erste brennen sollte. |
|
Erzähler 2: |
Da kam der Weihnachtsmann ins Zimmer und rief: |
|
Weihnachtsstern: |
Schluss jetzt mit eurer ewigen Streiterei! Wisst ihr überhaupt, welcher Tag heute ist? |
|
1. Kerze: |
Nnnnnein. Jaaaaa. |
|
2. Kerze: |
Heute ist Samstag. |
|
3. Kerze: |
Ich weiß es nicht. |
|
4. Kerze: |
Heute ist doch der vierte Adventssonntag. |
|
Weihnachtsstern: |
Seht ihr! Vor lauter Streiterei wisst ihr nicht einmal, dass heute der Heilige Abend ist. |
|
1./2. Kerze: |
Wirklich! Heute kommt das Christkind. |
|
3./4. Kerze: |
Und wir sollten es doch ankündigen. |
|
Weihnachtsstern: |
Genau! Und deswegen wird nicht mehr gestritten. Verstanden! |
|
Erzähler 1: |
Er nahm die Kerzen vom Adventskranz und befestigte sie auf dem Christbaum. |
|
1.Kerze: |
Oh, was macht der mit mir? |
|
2. Kerze: |
Wie geht er mit mir um? |
|
3. Kerze: |
Nanu, wo bin ich jetzt? |
|
4. Kerze: |
Was ist jetzt los? |
|
Erzähler 2: |
Dann zündete er alle vier gleichzeitig an. |
|
4.Kerze: |
Ui, ich leuchte! |
|
3. Kerze: |
Oh, ich brenne! |
|
2. Kerze: |
Ah, ich strahle! |
|
1. Kerze: |
Oh, ich wärme! |
|
Alle vier: |
Schön! |
|
Erzähler 1: |
Da waren die vier Kerzen plötzlich Weihnachtskerzen. |
|
Erzähler 2: |
Jetzt waren sie alle zufrieden und haben vor Freude ganz hell gestrahlt. |
P r e d i g t : Jesaja 60,1 - 2 Pastor Alfred Sinn
Liebe Kinder !
Ja, wer ist der erste? Wer kommt zuerst dran? Solches Gerangel - wie zwischen den Kerzen gespielt - kennt ihr Kinder auch. Und wenn ihr euch nicht einigen könnt, muß Hilfe von außen kommen. Nicht der Weihnachtsstern oder der Weihnachtsmann schlichtet, sondern die Eltern oder die Lehrer. Und auch ihr erfahrt und müßt lernen, daß es zusammen besser geht als gegeneinander. Eine Kerze verbreitet weniger Licht als vier. Vier Kerzen können aber auch schneller Unfug anrichten als eine.
Licht ist ein wichtiges Element für unser Leben. Wie wir ohne Wasser und tägliches Brot nicht sein können, so auch nicht ohne Licht. Wir wollen mal einen Versuch machen. Ihr Kinder, schließt doch mal die Augen! (und öffnet sie erst, wenn ich dazu auffordere) Jetzt ist es dunkel, ihr könnt nichts erkennen. Stellt euch mal vor, ihr müßtet immer im Dunkeln sein! Das wäre schlimm. Mal im Dunkeln mit der Laterne laufen – das macht Spaß, aber auch dann am liebsten nicht allein. Die Dunkelheit macht Angst, die Finsternis erschreckt.
Meine große Tochter war noch klein, als sie zum ersten Mal bewußt die Dunkelheit erlebte. Wir waren in einem Haus zu Besuch. Als wir ins Haus traten, war es noch hell. Wir verließen die Gastgeber nachdem die Sonne untergegangen war. Als wir durch die Tür ins Freie traten, sah das Mädchen in die Höhe und begann zu schreien. Die Dunkelheit machte ihr Angst. Wahrscheinlich dachte sie, der Himmel stürzt ein. Da half nichts anderes als auf den Arm nehmen.
Vollends ruhig wurde sie erst, als wir zu Hause im lichterleuchteten Raum waren. Die Dunkelheit war ausgesperrt.
Nun macht die Augen einen winzigen spaltbreit auf. Kaum daß ein wenig Licht das Auge erreicht, wird es schon hell; und wenn ihr nun die Augen ganz öffnet, könnt ihr klar sehen.
Das Licht ist ein Transportmittel, es bringt die Bilder in unser Auge. So geschieht das auch bei einer Kamera (wird hochgehalten). Wenn ich auf den Auslöser drücke, öffnet sich die Linse und das Licht transportiert das Bild auf den Film. Mit Hilfe des Lichtes können wir uns – auch wenn wir weit voneinander weg sind – unterhalten. Das geschieht mit dem Telefon. Der elektrische Strom, der durch die Leitung fließt, ist eine Art Licht. In Sekundenschnelle werden weltweit übers Internet Daten ausgetauscht, Menschen kommunizieren miteinander. Das geschieht Dank der Geschwindigkeit, mit der Licht sich fortbewegt; eine höhere Geschwindigkeit ist auf unserer Erde nicht bekannt.
Wir sehen, das Licht hilft uns auf vielfältige Weise. Wenn wir das Licht nicht hätten, wäre es ebenso auf vielfältige Weise dunkel um uns.
Liebe Gemeinde, nun befinden wir uns in einer dunklen Zeit, in der wir gerne Lichter anzünden. Eine große Vielzahl an Lichtern begegnet uns in Straßen und Häusern. Wir haben uns so sehr daran gewöhnt, daß wir uns gar nicht vorstellen können ohne künstliches Licht zu sein.
Doch auch trotz der vielen künstlichen Lichtern leben Menschen in der Finsternis; Finsternis verstanden nicht als Dunkelheit, sondern als Ferne von Gott. Die erste Tat, die Gott bei der Schöpfung vollbracht hat, war die Erschaffung des Lichts. Mit dem Licht hat Gott eine Ordnung in das Chaos gebracht.
Am Anfang hatte Gott die Welt gut geschaffen. Doch dann hat der Mensch die Vorgaben Gottes mißachtet, er hat sich gegen Gott aufgelehnt. Darum hat Gott den Menschen aus dem Paradies vertrieben. Dann hat Gott sich ein Volk erwählt, durch das alle anderen Völker den Weg Gottes lernen sollten. Das war das Volk Israel. Doch dieses Volk hat versagt. Gott hat Propheten geschickt, sie sollten das Volk mahnen. Eine Mahnung finden wir beim Propheten Jesaja, (60, 1 – 2) :
Mache dich auf, werde licht! denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des HERRN geht auf über dir. Denn siehe, Finsternis bedeckt das Erdreich und Dunkel die Völker; aber über dir geht auf der HERR, und seine Herrlichkeit erscheint über dir.
Die Aufforderung gilt auch uns. Das umso mehr, da die Herrlichkeit des Herrn über uns erschienen ist. Gemeint ist Jesu Kommen in diese Welt. Wir glauben doch an ihn! Oder? Glaubt ihr Kinder an Jesus?
Unsere Erde, ja die ganze Schöpfung bekommt mit Jesus einen himmlischen Schein. Dieses Licht transportiert die Güte und die Liebe Gottes. Jetzt kommt es darauf an, ob wir uns diesem Licht öffnen. So wie die Blende bei der Kamera aufgehen muß, damit das Bild auf den Film gelangt, so müssen auch wir nicht nur Augen, sondern auch Ohren und Herzen auftun, damit das Bild des Kommenden bei uns und an uns haften bleibt.
Vorhin haben wir das Rollenspiel von den vier Adventskerzen gesehen. Sie haben sich gestritten, aber keine hatte noch das Licht. Erst mit dem Licht haben sie ihre wahre Bestimmung erhalten. Eine Kerze hat alle Vorbedingungen, um ein Licht zu werden. Es fehlt nur das Feuer. Sie muss angezündet werden.
Als Christen sind wir alle Kerzen, doch haben wir auch Licht? In der Christenheit gibt es viele Kerzen, aber wenig Lichter. Da streitet man sich hin und her und vergißt, daß man zum Leuchten da ist.
Ihr lieben Christen, denkt mal darüber nach! Du bist getauft und konfirmiert; du hast eine christliche Erziehung genossen, einen religiösen Unterricht empfangen, doch hast du auch das Feuer? Brennst du für die Sache? Hast du Leidenschaft dafür? Das Feuer erst macht die Kerze zu einem Licht. Die schönste und beste Kerze nutzt nichts, wenn sie nicht entzündet wird. Du kannst mit einer Kerze in einen dunklen Raum gehen. Doch nur wenn die Kerze auch Feuer bekommt, wird sie leuchten und dich den Weg im Dunkel erkennen lassen. Denk darüber nach: bist du ein Licht, oder nur eine Kerze?
„Mache dich auf, werde licht!“ heißt es beim Propheten Jesaja. Das göttliche Licht will von dir transportiert werden. Kommuniziere das, wovon du erleuchtet bist! Ein Licht wirkt ansteckend, mit einem brennenden Licht können viele andere Kerzen angezündet werden. Laß dich entflammen und entflamme andere.
Der englische Philosoph David Hume hat die Vernunft des Menschen als Licht bezeichnet. Daß wir mit Vernunft viel erreichen können, bleibt unbestritten, doch trotz seiner Vernunft kann der Mensch auch viel Unheil anrichten. Siehe die Kriege, die trotz der Erfahrung des 2.Weltkrieges nicht aufgehört haben. Menschen fragen sich: Wie ist das möglich? Hat man nichts daraus gelernt?
Die menschliche Vernunft kann auch verfinstert sein. Darum braucht er, der Mensch, noch ein anderes Licht, nämlich das göttliche. Als die Mutter des englischen Philosophen D.Hume im Sterben lag, bat sie ihren Sohn, ihr doch Trost aus seiner Lehre und Philosophie zu geben. Doch er vermochte das nicht. Im Angesicht des Todes hat die menschliche Vernunft versagt. Gerade da hilft nur das göttliche Licht.
Wenn schon das Kerzenlicht oder ein künstliches Licht Ordnung in eine Sache bringt, wie viel mehr das Licht Gottes! Es hilft uns, daß wir Gefahren erkennen, daß wir die Orientierung behalten und am Ziel ankommen.
Jesus Christus ist das Licht der Welt. Im Advent warten wir, daß dieses Licht wieder auf die Erde kommt. Bis es wiederkommt, haben wir die Aufgabe, es weiterzugeben.
Unser Gottesdienst heute gehört dazu.
Amen.
|